Spüren Sie den Freudenspirit der Natur Kontakt zu Heiko Gärtner Herausgeber von Heiko Gärtner
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Tag 12 - mein Freund und Helfer oder doch der Feind im grünen Rock

21 Grad minus. Selten habe ich so eine kalte Nacht erlebt. Nach stundenlangen trampen verließen wir Stuttgart in Richtung Bodensee. Nach stundenlangen Autobahn hopping reichte es uns und wir entschlossen in Memmingen die Nacht zu verbringen. Der Dönermann unseres Vertrauens spendierte uns einen Dönerteller und jeweils einen Kaffee. Frisch gestärkt entschlossen wir, dass wir ohne Schlafsack nur in einer Notunterkunft oder in einer Bank schlafen könnten. Da niemand wusste, ob es eine Notunterkunft gab, entschlossen wir uns für die Bank. Vom Fenster aus betrachteten wir die eiskalte Nacht. Nach gerademal einer Stunde schlaf weckte uns die Polizei freundlich und erteilte uns einen Platzverweis. Auch unsere Erklärungen, dass man ohne Obdach und Schlafsack draußen erfrieren würde, führte zunächst nur zu einer strickten Aussage. Sie dürfen hier nicht sein. Ok das verstehen wir aber wohin sollen wir dann bei nun 22 Grad minus? Nach dem die Polizei kurz aus der Tür verschwunden war, kam die Polizisten durch die Tür und meinte kühn in freundlicher stimme: ihr könnt doch gegenüber im Hausflur schlafen. Sagt dem Wachmann wir haben es erlaubt. Was bitte die Polizei ist dazu verpflichtet uns zu schützen und uns in eine schutzobdach zu geleiten. Wenn nicht bei diesen Kühlschranktemperaturen, wann denn dann? Sollten nicht wir die Survivaltips geben und nicht die Polizei? Ist sie nicht eher für die sichere Variante zuständig und wir für das Risiko? Gesagt getan nun lagen wir in den eiskalten Flur einer Wohnsiedlung. Die Kälte der Bodenfliesen bohrte sich durch unseren Körper. Zitternd meditierten wir uns den Schlaf. Nun kam der Wachmann, um uns zu vertreiben. Sofort drohte er mit der Polizei und wir sollten umgehend das Gebäude verlassen. Wir kamen kaum zu Wort und schon wieder standen wir in der Kälte der späten Nacht bei 17 Grad minus? Noch nie war ich in meinem Leben so von der Polizei enttäuscht und dem fehlenden Mitgefühl der Menschen gegenüber schlafenden obdachlosen. Das nicht mehr obdachlose den Kältetod sterben ist ein wahres Wunder und kann nur auf die Kameradschaft der Straßenmenschen zurück geführt werden. Nicht nur das uns die Polizei in Nürnberg nicht erkannt hatte, nun wurden wir noch bewusst in die todbringende Kälte für einen Obdachlosen ohne Schlafsack geschickt. Heute erreichten wir am späten morgen den Bodensee und genossen bei klirrender Kälte die strahlende Sonne. Beim Wok in bekamen wir heute 20 Frühlingsrollen geschenkt und für jeden ein leckeres Nudelgericht mit gebratenen Huhn. So lecker. Wir waren so dankbar, dass man es kaum in Worte kleiden konnte. In klein Städten ist es als echter obdachloser kaum möglich ein leichtes Leben zu führen. Aus diesem Grund vermuten wir pilgern viele Obdachlose in die großen sozial starken Städte. Spruch des Tages: mein Freund und Helfer oder doch der Feind im grünen Rock.

Zuletzt aktualisiert am 2012-02-04 01:04:24

 

 

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