Spüren Sie den Freudenspirit der Natur Kontakt zu Heiko Gärtner Herausgeber von Heiko Gärtner
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Tag 11 – Abenteuer Alltag

Heute haben wir uns noch einmal eine ganz besondere Herausforderung gestellt. Wir wollten ohne Hilfe von Ninfa und Johannes unseren Alltag meistern. Dazu haben wir uns als erstes eine Einkaufsliste zusammengestellt mit Dingen die wir auf jeden Fall für das tägliche Leben brauchen: Seife, Klopapier, Rasierschaum, Zahnpaste, Zutaten für das Abendessen und so weiter. Bereits zu Beginn stießen wir auf die erste Grenze, denn wir konnten diesen Einkaufszettel natürlich nicht selbst schreiben. Angekommen in der Innenstadt begegnete uns das zweite Problem. Erstens brauchten wir jemanden der uns diesen Zettel vorlas und zweitens mussten wir herausfinden wo ein Laden war in dem wir die passenden Sachen einkaufen konnten. Da Einkaufsläden leider kein akustisches Signal von sich geben, blieb uns nichts anderes übrig als Passanten um Hilfe zu bitten. Was dann geschah konnten wir selbst kaum glauben. Wir standen mitten in der Fußgängerzone, umgeben von hunderten von Menschen, baten laut um Hilfe, sprachen Passanten an die wir in unserer Nähe geortet hatten, riefen, winkten und versperrten den Weg mit unseren Blindenstöcken, doch niemand aber auch wirklich niemand zeigte die geringste für uns wahrnehmbare Reaktion. Selbst der Eisverkäufer von einer Eisdiele an die wir uns herangetastet hatten ignorierte unsere Hilferufe. Nach zwölf Minuten hielt es Ninfa nichtmehr aus und gab einer Passantin, die an der Seite stand, den Hinweis, dass sie ruhig auch eingreifen dürfte. Erst auf Ninfas direkte Aufforderung hin sprach uns die Passantin an und wies uns den Weg in ein Drogeriegeschäft. Jetzt hatten wir zwar eine grobe Richtung, landeten trotzdem zunächst in einer Bäckerei. Als wir es nach einer halben Stunde endlich geschafft hatten im Laden unseres Vertrauens anzukommen gingen die Schwierigkeiten eigentlich erst los. Wie sollten wir hier auf mehreren Etagen unter hunderten von Regalen die finden die wir brauchten. Aus Angst wertvolle Gegenstände auf den Boden zu schubsen oder im Vorbeigehen zu zertrümmern, konnten wir hier nicht einmal mehr unseren Blindenstab ordnungsgemäß einsetzen. So hilflos hatten wir uns in unserem Leben noch nie gefühlt. Irgendwann hatten wir eine Tube in der Hand, die durchaus Zahnpasta hätte sein können, doch hierbei hätte es sich genauso auch um Schuhcreme, Klebstoff oder Sonnenmilch handeln können. Erst eine Gruppe zwölfjähriger Jungs, die uns interessiert nach unserem sonderbaren Auftreten befragten half uns in dem Laden zurecht zu finden. Dank ihrer Hilfe, sowie der Hilfe einer freundlichen Verkäuferin und einer netten Dame, gelang es uns schließlich unsere Einkäufe zu erledigen. Jetzt blieb nur noch die Herausforderung unsere Beute sicher wieder nach Hause zu bringen. Spruch des Tages: Auch inmitten einer Menschenmenge kann man vollkommen alleine sein.

Zuletzt aktualisiert am 2012-08-25 01:27:18

 

 

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