Spüren Sie den Freudenspirit der Natur Kontakt zu Heiko Gärtner Herausgeber von Heiko Gärtner
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Tag 1395 bis 1397: Wie Fokussiere ich mich richtig?

Man kann nicht alles auf einmal erkennen, wahrnehm

29.-30.09.2017 Die letzten beiden Tage brachten noch einmal wieder neue Erkenntnisse darüber, wo es bei meinem aktuellen Entwicklungsstand gerade am meisten hakt. Festhalten kann man erst einmal, dass ich mich nun bereits seit vielen Jahren zumindest in Bezug auf einige zentrale Punkte immer wieder im Kreis drehe, ohne hier einen Fortschritt zu machen. Gestern und heute stießen wir dabei auf drei Schlüsselpunkte, die einen Großteil dieses Dilemmas ausmachen. Der erste ist ein uralter, tief in mir verankerter Glaubenssatz, der bei genauerer Betrachtung nicht allzu hilfreich erscheint. Er lautet: „Ich muss scheitern! Ich darf niemals Erfolg haben!“ dieser Satz sitzt so tief, das ich mich in allem was ich tue, stets selbst sabotiere. Jedes Mal, wenn ich beispielsweise einen neuen Ansatz gefunden habe, wie ich effektiver und erfolgreicher Arbeiten kann, kommt etwas dazwischen, das diesen Prozess wieder aushebelt. Am auffälligsten ist es bei kleinen konkreten Dingen. So war zunächst der immense Zeitmangel mein größtes Problem, also das Gefühl, stets zu wenig Stunden zur Verfügung zu haben, um alles unterbringen zu können, was ich gerne machen möchte. Nun, da ich dank des Polyphasischen Schlafrhythmus eine Methode gefunden habe, um dies auszugleichen und mir mehr als Genug Arbeitszeit am Tag zu verschaffen, blockiert mich mein Verstand, in dem er mich in den unmöglichsten Situationen einschlafen lässt, selbst wenn ich überhaupt nicht müde bin. Ich habe nun also mehr Zeit als ich mir je hätte erträumen können, komme aber immer noch nicht weiter, weil ich sie nicht nutzen kann. Um nun wiederum die Wachheit zu trainieren haben wir angefangen, dass ich jedes Mal, wenn ich einschlafe entweder für drei Minuten kalt dusche um meinen Kreislauf auf Vordermann zu bringen oder für fünf Minuten einen Handstand an der Wand mache. Letztes war gestern ebenfalls wieder ein gutes Beispiel für den inneren Scheiterungszwang. Vier Minuten und dreißig hatte ich bereits geschafft, als ich das letzte Mal für eine kurze Pause absetzte. Jetzt waren es nur noch 30 Sekunden bis zum Ziel, also eine Zeit, die durchaus machbar war. Ich versuchte mit aller Macht durzuhalten doch nach 29 Sekunden knickten meine Arme einfach von selbst ein und warfen mich zu Boden. Eine einzige Sekunde davor! Was aber steckt hinter diesem Glaubenssatz und was bedeutet „Scheitern“ für mich überhaupt? Auch diese Fragen galt es erst einmal zu klären. Schließlich kam ich auf den Punkt, dass Erfolgreich sein, also das Gegenteil von Scheitern letztlich nichts anderes bedeutete, als einen Zustand zu erreichen, an dem ich selbst mit mir zufrieden war. Doch allein dies fiel mir extrem schwer, da ich mir immer entweder zu viel vornahm, so dass ich es unmöglich schaffen konnte, oder aber zu wenig, so dass ich das Gefühl hatte, vollkommen nutzlos zu sein. Auch hier ging es darum, zunächst einmal die nötige Sensibilität zu entwickeln, um herauszufinden, womit ich zufrieden sein kann, ohne mich zu überfordern. Punkt 1 lautet also: Die Ziele richtig abstecken, so dass sie erreichbar aber fordernd sind, so dass ich mich selbst immer mehr einzuschätzen lerne und weiß, dass ich das, was ich mir vornehme, auch erledige Passend dazu kommt gleich Punkt 2: Die richtigen Ziele setzen. Ein weiteres Problem ist, dass ich keine Prioritäten setzen kann. Mir ist stets alles gleich wichtig, egal ob ich etwas hilfreiches erschaffe, mir eine Existenzgrundlage aufbaue oder einfach nur ein SmallTalk- Gespräch führe. So kann ich mich Stundenland in einer Arbeit verlieren, die mir am Ende keinerlei Vorteile bringen. Das zweite große Thema besteht darin, dass ich aus irgend einem Grund für mich selbst nicht genug Interesse aufbringen kann, um mich um mich zu Sorgen, für mich Einzustehen und um mir selbst einen Lernprozess einzugestehen. Hierzu schwirren tausende von Sätzen in meinem Kopf herum: Meine Meinung ist unwichtig, die anderen haben immer Recht, ich darf niemandem zur Last fallen, ich darf keine Fehler machen, nur wenn ich nett bin, werde ich geliebt. Ich muss geliebt erden, da ich alleine nicht überlebensfähig bin! Wie will ich aber etwas kennenlernen, wahrnehmen, verstehen und fühlen, wenn ich mich nicht dafür interessiere? Das geht nicht! Das ist ja als wollte man in der Schule etwas lernen. Punkt 3 lautet also: Ein liebevolles, freundschaftliches und von Interesse geprägtes Verhältnis zu mir selbst aufbauen. Mich selbst kennen lernen wollen. Über mich selbst etwas lernen wollen. Nicht das Gefühl haben, hier etwas lernen zu müssen. Sobald ich mich für meine eigenen Bedürfnisse interessiere und einen positiven Bezug zu mir entwickle, kann ich mich auch wieder für andere Dinge interessieren und hier mein Herzblut hineinfließen lassen, anstatt sie nur als Pflicht zu betrachten. Der letzte und größte Faktor jedoch ist der Fokus. Das ich hiermit Probleme habe ist mir ja nicht neu, aber langam beginne ich zu begreifen, worin diese Probleme genau bestehen. In der Natur gibt es verschiedene Präsenzen, die man zu unterschiedlichen Zeiten und für unterschiedliche Situationen an den tag legen muss. Es gibt Phasen für den Weitwinkelblick, in denen man den Geist offen hält und nichts direktes anvisiert. Und dann gibt es wieder Phasen, in denen man sich auf ein einziges Detail fokussiert und alles andere ganz oder zu großen Teilen ausblendet. Mein Problem ist, dass ich diesen Switch nicht hinbekomme und keine Ahnung habe, wann was dran ist. Ich versuche stets, alles auf einmal wahrzunehmen und zu erfassen. Ich versuche mich als ganzes zu verstehen, oder einen ganzen Wald mit allen einzelheiten Wahrzunehmen. Dies ist natürlich unglaublich anstrengend und führt dazu, dass ich am Ende überhaupt nichts mitbekomme. Das Problem ist, dass ich es mir nicht erlaube, mich ganz konkret für eine Sache zu entscheiden, auf die ich mich voll und ganz konzentriere, weil ich dann automatisch das Gefühl habe, andere wichtige Dinge zu verdrängen. Hier benötige ich eine Zeitstruktur, ähnlich wie in der Schule, so dass ich mich für eine gewisse Zeit vollkommen in einen Themenbereich hineinfallen lassen kann, ohne Angst haben zu müssen, mich vollkommen darin zu verlieren. Ohne diese Sicherheit und mit der Ständigen Angst im Kopf, irgendetwas zu verpassen, teile ich meinen Fokus stets auf und bin nie wirklich bei der Sache. Dies ist der vierte Punkt.
 
Erkenntnisse des Tages: Man kann nicht alles auf einmal erkennen, wahrnehmen und lernen. Konzentriere dich zunächst auf ein kleines Detail in dem du vollkommen aufgehen kannst und gehe dann weiter zum Nächsten. Achte aber darauf, dass der Rahmen stimmt und frage dich stets, wann welcher Fokus angebracht ist. Wann darf ich mich zu 100% in eine Sache vertiefen, weil ich vollkommen sicher bin? Wann muss ich nach außen hin wachsam bleiben? Wann ist es wichtig, offen zu sein, keinen Fokus zu setzen und das große, ganze wahrzunehmen?
Höhenmeter 30m / 65 / 140m / 100m
Tagesetappe: 14km + 18km + 22km + 19km
Gesamtstrecke: 26.325,27km
Wetter: herbstlich, kalt, hin und wieder leichte sonne
Etappenziel 1: Mehrzweckraum der Stadt, Montureux-lès-Baulay, Frankreich
Etappenziel 2: Veranstaltungs- und Bastelraum der Rentner, Ormoy, Frankreich
Etappenziel 3: Mehrzweckraum der Stad, Fontenois-la-Ville, Frankreich
Etappenviel 4: Jurte im Wald, westtlich von Les Voivres

Zuletzt aktualisiert am 2018-06-11 08:21:15

 

 

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