Spüren Sie den Freudenspirit der Natur Kontakt zu Heiko Gärtner Herausgeber von Heiko Gärtner
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Tag 1420 bis 1421: Intuitionstraining vom Feinsten

Es lohnt sich immer auf die eigene Intuition zu hö

14.10.2017 Im Moment scheint hier alles darauf ausgelegt zu sein, unsere Intuition zu schulen und endlich ein Vertrauen zu ihr aufzubauen. Noch nie auf unserer ganzen reise hatten wir so verhäuft Situationen, in denen wir zwar einen Schlafplatz angeboten bekamen, diesen jedoch von uns aus ablehnen mussten, weil er absolut unerträglich war. Das erste Mal hatten wir diese Situation vor einigen Wochen, als wir rund 12km gewandert sind um einen Pfarrer zu treffen der einen Platz organisiert hatte. Schon während des Telefonates hatte ich das Gefühl, dass dies kein guter Plan war und dass wir ihn unbedingt mit den Muskeln überprüfen sollten. Als ich ihn Heiko dann jedoch erklärte, klang er gar nicht mehr so schlecht und wir vertrauten darauf, dass es schon funktionieren würde. Gute zwei Stunden später standen wir dann in einer Art Hundezwinger, der sich quasi direkt auf der Straße befand. Vor zwei Tagen gab es eine ähnliche Situation. Die Rathaussekretärin hatte eine ältere Dame angerufen, die bereit war uns aufzunehmen. Sie habe ein Gästezimmer und wohne gleich um die Ecke. Auch hier hatte ich von der ersten Sekunde an das Gefühl „das passt nicht! Du fühlst dich hier nicht wohl und auch wenn diese Frau freundlich tut, geht eine Ablehnung von ihr aus, die fast körperlich spürbar ist!“ Aber meine Füße taten weh und es wirkte nicht, als würde es in den Nachbardörfern besser werden. Also nahm ich an. Zwei Stunden saßen wir darauf hin im Garten, direkt neben der Hauptstraße und warteten darauf, endlich raus aus dem Lärm und hinein in unser Zimmer zu können. Zunächst hieß es, dass dies noch nicht ginge, solange die Putzfrau da war, dann war unsere Gastgeberin plötzlich verschwunden. Schließlich tauchte ihr Mann auf, der zuvor von ihr nicht über unsere Ankunft informiert worden war und der dementsprechend gnietschig auf uns reagierte. Und schließlich hieß es dann, es sei von Anfang an der Plan gewesen, dass wir in einem winzigen Gartenhäuschen schlafen sollten, das sogar noch näher an der Straße lag und dazu noch von einer riesigen Gefriertruhe eingenommen wurde. Und heute standen wir schon wieder eine ähnlichen Situation gegenüber. Ein freundlicher Herr hatte und eingeladen, in seinem Hotel zu übernachten, da kein Bürgermeister und auch sonst niemand auffindbar war, der hätte hilfreich sein können. Das Angebot war super, nur gab es das Problem, dass sich unser Zimmer direkt neben dem Heizungskeller befand, in dem irgendeine Maschine mit fast der gleichen Intensität brummte, wie die Schiffsschraube auf unsere letzten Fähre. Und auch hier hatten wir gleich beim ersten Mal vorbei gehen an besagtem Hotel sofort das Gefühl, dass dies eher kein Platz für uns war. Jedes Mal, wenn diese Situationen auftauchten, dann gab uns unsere Intuition also klar und deutlich Bescheid. Und jedes Mal, wenn wir nicht auf sie hören, bringen wir uns damit selbst in eine unangenehme Situation, die man zwar irgendwie aushalten unter keinen Umständen aber genießen kann. Und egal wie lange wir brauchen, um das zu erkennen, es lohnt sich trotzdem jedes Mal wieder, die Situation zu verlassen und ins Ungewisse aufzubrechen. Einmal bekamen wir dafür eine Einladung von einem ganz lieben Pärchen mit einem großen, gemütlichen Haus, einmal bekamen wir ein angenehmes Hotelzimmer, einmal einen Festsaal mit Küche und geliefertem Abendessen und heute einen Platz in einem kleinen Holzhäuschen, in dem der Nachmittagsunterricht für die Kinder des Ortes stattfand. Obwohl dieser Raum ein totales Chaos voller Papierschnippel, Scheren, Bundstifte und Pappkartons war und obwohl ich mich zum nächtlichen Arbeiten auf die Toilette zurückzog, war es hier immer noch angenehmer und gemütlicher, vor allem aber ruhiger und wärmer, als in besagtem Hotel zuvor. Natürlich wurde es nicht der produktivste Tag aller Zeiten, aber wir waren hier trotz der späten Ankunft noch immer effektiver als wir es in einem Hotel des permanent-Dröhnens je hätten sein können.
 
Erkenntnis des Tages: Es lohnt sich immer auf die eigene Intuition zu hören, egal wie viel Unsicherheit dies zunächst auch mit sich bringen mag. Am Ende wird man von seinem Herzen doch stets belohnt!
Höhenmeter 195m / 260m
Tagesetappe: 15km / 17km
Gesamtstrecke: 26.817,27km
Wetter: herbstlich, kalt, bewölkt, nass, neblig, ungemütlich
Etappenziel 1: Kloster, Niederprüm, Deutschland
Etappenziel 2: Privates Gästezimmer, Bleialf, Deutschland
Etappenziel 3: Gemeindehaus der evangelischen Kirche , Gerolstein, Deutdchland
Etappenziel 4: Privates Gästezimmer, Büdesheim, Deutschland

Zuletzt aktualisiert am 2018-07-09 18:38:29

 

 

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