Spüren Sie den Freudenspirit der Natur Kontakt zu Heiko Gärtner Herausgeber von Heiko Gärtner
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Tag 1426 bis 1429: Delahaye - Eine der ältesten Automarken der Welt

17.-18.10.2017 Heute waren wir zu Gast in einem Schloss, dass der Familie gehörte, die einst die Gründer und Geschäftsleiter der ältesten Automobilmarke der Welt gewesen war. Der heutige Besitzer war ein kleiner, grauhaariger Rentner, dessen Leidenschaft für prunkvolle Oldtimer im ganzen Haus präsent war. Überall hingen Poster und Plakate mit den antiken Fahrzeugen herum und in den Regalen fanden sich mehr Modellautos als in den meisten Spielwarengeschäften. Als wir unseren Gastgeber danach fragten erklärte er uns den Grund seiner Sammlung. Tatsächlich war seine Familie von 1803 an stets in der geschäftsführenden Position von Delahaye, einer Firma, die als eine der ersten der Welt professionelle Automobile herstellte. Und ihr könnt mir glauben, wenn ich sage, dass diese damals noch wirklich Stil hatten. Das waren mal andere Autos, als die gefühlskalten Schlitten vom Band, wie man sie heute findet. Jedes einzelne hatte eine Persönlichkeit und einen unverwechselbaren Charakter. Dass man diese Automarke trotz ihrer offensichtlich hervoragenden Qualität heute kaum noch kennt liegt wahrscheinlich daran, dass sie bereits in den 1950ger ihre Pforten schloss. Doch ihre Hinterlassenschaften sind nicht ganz von unserem Planeten verschwunden. Einige seltene Exemplare gibt es noch immer. Nicht nur als Model, sondern als echte, lebensgroße und vollkommen intakte Vertreter ihrer Art. Voller stolz präsentierte uns unser Gastgeber die vier Exemplare, die in seiner eigenen Garage standen. Das Licht war leider etwas dämmerig und die Wagen waren verständlicherweise in Tücher gehüllt. Aber das was man sehen konnte war über alle maßen beeindruckend. Selbst für jemanden, der sich normalerweise nicht allzu sehr für Autos interessiert. Zwei der vier Wagen hatte er aus alten Wracks von Grund auf neu gebaut, die anderen beiden waren gekauft und teilrenoviert. Einer, der größte von ihnen, war seinerzeit sogar das Staatsfahrzeug des Französischen Präsidenten gewesen. Er war das noch letzte existierende Exemplar seiner Serie und musste locker einen zweistelligen Milllionbetrag wert sein. Die anderen, unter denen sich ein weiteres Unikat befand, lagen preislich nicht viel darunter. Alles in allem schätzte Heiko den Inhalt der Garage auf irgendetwas zwischen 50 und 100 Millionen. Äußerer Reichtum innere Armut Umso mehr war es uns ein Rätsel, wie man sich in einem so großen Hau so arm fühlen konnte. Obwohl es Nachts nun zumeist nur noch wenige Grad über Null hatte, wurde im ganzen Haus nicht geheizt. Auch gab es hier sonst nichts gemütlich, keine bequeme Couch, keine Leseecke und keine Kuschell-Area. Es war ein Museum voller Artefakte, aber wohnen konnte man hier nicht. Zum Abendessen gab es Nudeln mit Pilzen und Zwiebeln, aber ohne Sauce. Dafür dann aber wieder einen Käse für 16€ pro Kilo als Ausklang. Als wir uns dann beim Frühstücken über Obst, Gemüse und die Veränderung der Preise in den letzten Jahren sprachen, erzählte uns die Frau allen Ernstes, dass sie die Lebensmittelpreise als so teuer empfand, dass sie dich frisches Obst und Gemüse einfach nicht mehr kaufte. „Andere mögen sich dies ja leisten können!“ sagte sie, „aber wir nicht!“ Als wir kurz darauf gingen, fiel es uns richtig schwer, nach einen halben Baguette für den zu fragen, weil wir Angst hatten, die Familie müsse dann hungern. Und dies wie gesagt in einem Schloss, mit hektargroßem Parkgelände und Oldtimern in der Garage, die sich viele Filmstars nicht leisten könnten. Traditionsreiche Familien Gleich am Nächsten Nachmittag lernten wir noch eine weitere Familie mit einer langen Tradition kennen. Diese hatte zwar keine Autos hergestellt, dafür hatte es jedoh einen Künstler gegeben, der comicähnliche Gemälde von Menschen erstellt hat, die bis heute und Frankreich fast überall zu sehen sind. Sein Nachfahre hatte gerade vor einer Woche eine große Ausstellung in der Kirche, der Schule und in dem Aufenthaltsraum organisiert, in dem wir heute schliefen.
 
Spruch des Tages: Das waren noch andere Autos!
Höhenmeter 111m / 120m / 190m / 55m
Tagesetappe: 23km / 16km / 14km / 18km
Gesamtstrecke: 26.941,27km
Wetter: Regen, Schneematsch, Wind und Kälte
Etappenziel 1: Gästepension, Monschau, Deutschland
Etappenziel 2: Katholisches Pfarrgemeindehaus, Roetgen, Deutschland
Etappenziel 3: Benediktinerabtei, Kornellimünster, Deutschland
Etappenziel 4: Klosterkrankenhaus, Aachen, Deutschland

Zuletzt aktualisiert am 2018-07-09 18:45:20

 

 

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