Spüren Sie den Freudenspirit der Natur Kontakt zu Heiko Gärtner Herausgeber von Heiko Gärtner
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Mit dem Muli unterwegs - Heiko Gärtner wandert durchs Land

Mit dem Muli unterwegs

Heiko Gärtner ist ein echter Abenteuerer mit vielen verrückten Ideen. Die jüngste Idee des Neumarkters: Ab morgen will er mehrere Wochen durch Deutschland reisen - zu Fuß. Er will reisen wie die Steinzeitmenschen - fernab der Hauptverkehrsstraßen, nur mit Kleidung aus Fellen am Körper. Kein Mensch begleitet ihn. Nur Muli Emma wird treu an seiner Seite sein. Das Tier trägt das Gepäck von Heiko Gärtner, der sich mit Essen aus der Natur ernähren wird. Diverse Rundfunksender wie TV-Franken, Bayerischer Rundfunk, Bayern 1, Bayern 2 und Bayern 3 werden darüber berichten.

Pressebericht

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-06 18:01:24


Spanien - wir kommen!

Tag eins ok - jetzt gehts also los - keine Minute geschlafen bis um fünf Uhr früh durchgearbeitet. So wenig wie in den letzten Tagen hab ich noch nie geschalfen, aber was solls. Endlich sind wir unterwegs. Fernseh, Radio und Presse haben unseren Aufbruch dokumentiert. Spanien wir kommen!

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-07 11:24:12


Großesel mit Kolik

Großesel ist krank geworden

Unser Großesel hat leider vor Aufregung eine Kolik bekommen. Brauchen ein Tragetier. Sind nicht zu stoppen. Es geht weiter.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-08 09:08:55


Tag 2 - Alfredo unser kranker Großesel fehlt uns

Tag 2 einer harten Tour

Tag zwei - Alfredo unser kranker Großesel fehlt uns sehr und trotdem merken wir immer mehr das die Strecken zur nächsten Wassergelegenheit sehr lange sind. Können wir wirklich acht Tage ohne Esel laufen und dann weiter machen als wäre nichts gewesen? Zweifel kommen auf und wieder merken wir das alle Lösungsansätze Geldabhängig sind. Trotz absoluter Freiheit spüren wir zur Zeit noch jede Minute die Konsumgesellschaft. Du kannst nur Reisen wenn du Geld hast. Trotzdem oder gerade deswegen will Heiko Gärtner das Projekt weiterführen. Wenn alle Stricke reißen, eben nur mit dem nötigsten Regenponcho, Minischlafsack, Steinzeitmesser, Feuerstahl und das wichtigste den kleinsten Foto. Natürlich darf die Jakobsmuschel auch nicht fehlen. Josef sucht auch in seinem Kopf verzweifelt nach einer Lösung. 100 Tage mit nichts wird nicht mehr eine wilde Tour, sondern eine Harte Tour.

Pressebericht

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-08 18:27:43


Tag 3 - bei 33 Grad durchgebraten?

33 Grad und kein Schatten

Tag drei - bin ich schon ein Backhähnchen oder wann hat mich die Sonne bei 33 Grad durchgebraten? Auf einer Jesusstatue stand morgens geschrieben es dürstet mich. Ja und wie wir Durst hatten. Gerade dreimal konnten wir unseren 1 Liter Trinkbehälter füllen. Im Vergleich zum Vortag haben wir bei den Temperaturen sage tore schreibe 10 Liter getrunken. Auch die ersten Wehwehchen kommen. Der Fellrucksack reibt hier, die Schuhe drücken da, die Hose rutscht, das Essen ist zu knapp und diese Hitze. Ja ich bin bei der ersten Schwelle angekommen. Warum mach ich das? Gott sei dank weiß ich ganz genau warum ich es tue. Ich will die Welt ein bisschen schöner verlassen als ich sie angetroffen habe. Der Satz des Tages - Denk nicht nach was dir weh tut sondern lauf.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-09 20:06:01


Tag 4 - es brennt

es brennt

Vierter Tag. 38 Grad - die Sonne brennt. Wenigstens die Frisur sitzt. Jeder Schritt schmerzt, jede Bewegung zehrt Energie die ich nicht mehr habe. Wir schaffen es gerade mal alle 10 km Wasser aufzufüllen. Aus dem Lederbeutel schmeckt das Wasser besonders gut. Was würde ich für frisches Quellwasser geben. Der Tacho steht auf 138 km. Donauwörth ist erreicht. Morgen geht es Richtung Augsburg. Nahrung wird immer ein größeres Thema. Wann? Wo? Wie?

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-10 21:17:34


Tag 5 - 33 Grad im Schatten wir schwitzen wie die Ratten

Kapelle zur schmerzhaften Mutter Gottes

Tag fünf - Heute haben wir die Kapelle zur schmerzhaften Mutter Gottes gefunden. Ah, deswegen schmerzen uns die Knochen und die Füße so. Nur durch Schmerz kann man Gott erfahren. Nein das glaube ich nicht wirklich. Den wir werden ständig von der Schöpferkraft begleitet die uns frisches Wasser schenkt und Leute die uns den Weg weisen. Die Nacht war auf seine eigene Art faszinierend. Erst wurde ich von unzähligen Mücken gestochen (circa 50 Stiche) und dann wurde ich mit einem Hasen belohnt, der sich neben mich bettete und geruhsam einschlief. Spruch des Tages: 33 Grad im Schatten wir schwitzen wie die Ratten. Km-Stand 168

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-11 18:00:24


Tag 6 - sei mit dem zufrieden was du hast!

Komfortzonenmangel

Langsam aber sicher spüren wir unseren Komfortzonenmangel. Heute waschen - ja klar schaffen wir. Oh doch nicht. Naja mal sehen, vielleicht morgen. Und so verschiebt sich die Heilige Waschung von Tag zu Tag. Oh dieser Asphalt. Oh diese Berge. Oh diese Schmerzen. Ja wir sind in der zweiten Schwelle des Lebens angekommen. Spruch des Tages: sei mit dem zufrieden was du hast!

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-12 20:39:57


Tag 7 - Reichtum liegt im Auge des Betrachters

Reichtum liegt im Auge des Betrachters

Heute hat uns am morgen TV Augsburg begleitet und abgedreht wie wir schlafen und frühstücken. Heute gabs Brennesselspinat mit frischen Zwiebeln vom Feld. Leider finden wir nur selten einen Platz den man zum Kochen nutzen kann und außerdem wollen wir keinen Waldbrand verursachen und verlegen unsere Kochstelle ausschließlich auf Schotterstraßen und Feuerstellen. Aus diesem Grund gibt es oft Wildsalat. Jedoch kann man kalte Nahrung schlechter aufschließen als warme. Ein Kampf mit der Zersiedelung in Deutschland. Heute haben wir unsere erste gute Quelle entdeckt. Beim durchwandern von Deutschland stelle ich mit erschrecken fest das man fast niergends Kräuter sammeln kann die nicht von den Landwirtschaftsgiften verseucht sind. Was für einen Reichtum haben wir uns genommen, wenn ich gerade neben einer Trinkquelle schlafe. Spruch des tages: Reichtum liegt im Auge des Betrachters. Km-stand 227

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-13 20:09:13


Tag 8 - Tag der Entscheidung

Tag der Entscheidung

War der Kauf meiner neuen Pilgertreter richtig oder habe ich wieder einen Schuh der mich umbringt? Bis jetzt deutet alles darauf hin, dass meine schwarzen Sonderangebotboote meine Lieblingswanderschuhe werden. Klar sie schauen groß aus aber ich hab auch einen großen Fuß. Statt meiner üblichen Größe 46 habe ich mir mein neues Wunderschuhwerk in Größe 49 1/2 gegönnt. Spruch des Tages: Wenn dir jemand Steine in den Weg legt, nutze sie um ein schönes Haus zu bauen. Km-stand 250

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-14 19:17:13


Tag 9 - Tag der Entspannung

Tag der Entspannung

Bei 25 Grad Celsius zu laufen ist wahrlich erholsam. Die Kilometer sind heute nur so dahin geflogen. An einem schönen Fluß entdeckten wir Bachforellen mh lecker, aber das Fischereirecht sagt nein und so gibt es wieder Wildmischsalat mit Nüssen. Meine jetzige Kreation schmeckt schon richtig gut. Wegen der Waldbranntgefahr machen wir so wenig Feuer wie möglich. Nur wenn es Fleisch gibt, wird ein kleines Feuer am schotterweg entzunden. Fleisch gabs bis jetzt Weinbergschnecken, Heupferd, Maus und Trockenfleisch. Freu mich schon auf meine Freundin, die mit mir ein Monat Kräuter sammeln will und die grüne Natur probieren will. Spruch des Tages: Oft schwimmt das Essen einfach an einem vorbei. Km-stand 274 km

Pressebericht

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-15 22:57:23


Tag 10 - Pflanzen und Tierwissen

Glaub nicht alles was erzählt wird

Mein Pflanzen und Tierwissen war bis jetzt so gut, dass ich von März bis Oktober in der Natur überleben konnte. Langsam aber sicher komme ich vom Überleben zum Leben. Meine Wildsalate werden von Tag zu Tag besser und größer. Meine Wildgemüsegerichte dürfen sich geschmacklich noch verbessern. Gott sei Dank habe ich ausreichend Trockenfleisch dabei. Denn nach 30 km laufen ist jagen wahrlich nicht einfach. Langsam wird mir auch bewußt, wieviel Energie in Wildpflanzen steckt und wieviele Personen vor dem bösen Fuchsbandwurm Angst haben. Nach den aufgezeichneten Krankheitsfällen trifft mich eher der Blitz am Toilettenbaum als der berüchtigte Wurm. Spruch des Tages: Glaub nicht alles was erzählt wird. Km-stand 298

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-16 18:00:56


Tag 11 - Ernährung

Man kann fast alles essen

Was für ein Tag - Regen, Regen, Regen nochmals Regen. Mit dem Schlauchboot wären wir heute schneller voran gekommen. Das Sammeln von Nahrung bei dieser Witterung ist kaum möglich und mein Magen knurt. Außerdem ist es kalt geworden und meine Schlafsachen werden einen harten Regentest unterzogen. Momentan finde ich es noch spannend und ich freue mich auf jeden Tag. Auch die Landschaft verändert sich langsam. Alles wird freier und ruhiger. Auch meine Abneigung gegen bittere Pflanzen sinkt von Tag zu Tag. Das laufen strengt mich jeden Tag weniger an. Langsam habe ich das Gefühl ich fließe mit der Natur. Spruch des Tages: Wer gegen den Lebensstrom anschwimmt braucht sich nicht wundern, wenn er bald müde ist. Km-stand 321

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-17 20:04:23


Tag 12 - Berge in Sicht

und es geht weiter

Endlich ist es soweit. Wir sehen die ersten Berge. Heute schlafen wir in der Nähe von Kempten auf 1050 Höhenmetern. Ein gigantischer Ausblick. Leider finden wir immer schlechter ungestörte Schlafplätze und die Nahrung wird auch langsam knapper. Wo vor Tagen noch Überfluss war ist heute genaues auswählen gefragt. Ich bewundere die letzten Tage wie schön und ruhig man wohnen kann. In mir wächst der Wunsch auch so ein Anwesen mein eigen zu nennen. Wir können das Wasser vom Bodensee schon riechen. Nachdem wir gestern fast im Unwetter ersoffen sind, wissen wir ja jetzt wie Wasser riecht. Spruch des Tages: Sei du selbst und verwirkliche deine Träume. Km-stand 347

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-18 22:34:21


Tag 13 - Was für eine Nacht

was für eine Nacht

Was für eine kalte Nacht. Aber Dank Fellbettsocken habe ich die Nacht warm und behütet überstanden. Nur das Aufstehen fällt bei 10 Grad schwer. Dafür konnten wir die in Nebel verhülten Alpen sehen. Wenn man täglich auf seinem Pilgerweg ganz besondere Menschen kennenlernt, muss man sich ab und an entscheiden welche Begegnung nun die Besondere war. Heute fällt es leicht. Der Ignaz Wastl mit seiner bezaubernen Frau war heute unser Highlight. Von ihnen konnte ich heute lernen, wenn ich in der Natur wohne und sie mein Leben ist, behalte ich meine Lebenskraft und meinen Humor bis ins hohe Alter. Spruch des Tages: Du bist was du ißt. Km-stand 371

Pressebericht

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-19 23:45:21


Tag 14 - Kalte Nacht

die kälteste Nacht

Heute haben wir die Kälteste Nacht erlebt seit Reisebeginn - 8 Grad Celsius. Die Sternklare Nacht war so beeindruckend, dass ich nach dem Nachtpinkeln erst nach 30 Minuten wieder einschlafen konnte. Was für ein Naturschauspiel. Auch auf unserer Tagestour wurden wir mit grandiosen Ausblicken belohnt. Heute war der erste Tag wo wir rüde beschimpft wurden. Der mann hat in der Presse gelesen was wir tun und fragt sich doch ernsthaft, ob man seine Zeit nicht sinnvoller nutzen kann. Ah ja, es gibt doch Menschen die keinen Sauerstoff und kein Trinkwasser benötigen. Mir war nicht bewusst, das Aliens auf unserer Erde leben. Mir war nicht bewusst das man Menschenschutz in Form von Umweltschutz ablehnen kann. Mit seiner unüberlegten Argumentation hat er nur ausgedrückt, dass er nicht die Energie hat für sein Erdenrecht ein zu stehen. Schade das man nicht jeden erreichen kann. Aber vielleicht wirkt die Zeit und die Berichte über verhäufte Naturkatasstrophen auf den Geist der Ablehnenden ein. Spruch des Tages: wer den Kopf in den Sand steckt, braucht sich nicht wundern, wenn er früher oder später mit den Zähnen knirscht. Km-stand 392

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-20 23:59:01


Tag 15 - Höhenmeter satt

es geht hoch hinaus

Heute gab es Höhenmeter satt. Wir haben die deutsche Grenze Überschritten und sind nun in Österreich angekommen. Auf dem Gipfel des bekannten Pfänder konnten wir einen gigantischen Blick über das Bodenseetal nehmen. Trotz all der Highlights liegt den Pilgern ein großer Stein im Magen. Josef kann seit vierzehn Tagen ohne erkennbaren Grund nicht schlafen. Ich als sein Partner und Freund mache mir ernsthafte Sorgen, wie lange man ohne Schlaf auskommen kann. Wir probieren noch einmal einen besonders ruhigen und friedlichen Ort aus, um Josefs Schlafzyklus für unsere Tour zu gewinnen. Wenn dieser Versuch wieder scheitert, muss sich Josef erst erholen, bevor er weiter mit mir auf dem Weg bis ans Ende der Welt sein kann. Spruch des Tages: Alles was gegen die Natur ist hat auf dauer keinen Bestand. Km-stand 417

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-21 23:49:43


Tag 16 - Tag der Entscheidung

Es ist nichts in der Falle

Es geht nicht mehr. Josef hat wieder nicht schlafen können. Aus diesem Grund haben wir heute einen entspannten Badetag mit ein wenig laufen eingelegt. Es tut mir im Herzen weh zu sehen, wie traurig Josef über den Abbruch ist. Aber wie bei unserem Esel Alfredo geht die Gesundheit vor. Was für unsere Tiere gilt, sollte auch für uns Menschen bestand haben. Morgen ist es nun soweit Josef wird abgeholt und meine Freundin kommt zum Austausch als zweite Person. So habe ich ein lachendes und weinendes Auge. Außerdem konnten wir heute noch einige Pressetermine wahrnehmen und im Bodensee baden, so dass ich nicht ganz so streng rieche, wenn meine Freundin eintrifft. Spruch des Tages: Josef regeneriert sich und kommt zurück. Ganz sicher. Km-stand 426

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-22 23:58:32


Tag 17 - der Regenmacher

Regen

Endlich nicht mehr schwitzen bei 50 Liter Niederschlag pro Quadratmeter ist das aber auch keine Kunst. Endlich habe ich meinen Freischwimmer unterm gehen absolvieren können. Ob wir heute gewandert oder geschwommen sind weiß ich noch nicht so genau. Eine Frage jedoch geht mir durch den Kopf wie will ich meine Lederklamotten und meinen Fellschlafsack trocken legen. Hätte ich doch lieber ein Arche bauen sollen nach 40 Liter Niederschlag pro Quadratmeter in der Nacht? Heute werde ich beim zu Bett gehen nachschauen, ob ich schon Schwimmhäute zwischen den Zehen habe. Der Himmel weint um Josefs Abschied. So weint ein Auge und ein Auge freut sich, weil ich meine Freundin wiedersehe. Spruch des tages: Steter Tropfen höhlt den Stein und macht den Gärtner mürbe. Km-stand 446

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-23 23:59:01


Tag 18 - Feuertaufe

Fast hätte ich mich neben das Grab gelegt

Raphaelas erster Tag war eine echte Feuertaufe bei ständigem Starkregen. Außerdem wollte der Weg einfach kein Ende nehmen. Die Schuhe drückten bis an der Wade ein blauer Fleck auftauchte. Bei mir taucht die Frage auf, wieviel kann es in einem Zusammenhang regnen? Sind wir doch falsch abgebogen und sind im Regenwald gelandet? Es gibt kein Klamottenstück, keinen Socken und keine Schlafdecke mehr die nicht nass ist. Langsam wird es wirklich zum Kampf gegen die Kälte. Bei 10 grad völlig durchnässt zu laufen macht echt keinen Spaß. Spruch des Tages: Schlagt den Wetterfrosch. Km-stand 476

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-24 22:01:23


Tag 19 - Die Schweizer

Lecker Wildkräutersalat

Wer hats erfunden? Genau die Schweizer. Die Schweizer haben nicht nur den Kräuterlutschbonbon erfunden, sondern auch den Drahtzaun. Nirgends auf der Welt habe ich so viel Draht wahrgenommen. Außerdem gibt es mehr Kühe als Menschen in der Schweiz. Heute haben wir nur nette Leute getroffen und besondere Gastfreundschaft erfahren. Die Wege ho der Schweiz sind wahrlich kein Zuckerschlecken. Jeden Tag 10 Stunden reine Laufzeit zeigt bei jedem seine Wirkung. Vorallem, wenn man bedenkt, das wir den normalen Tourverlauf schon Fußfreundlich auf mehrere Tage aufgeteilt haben. Heute Nacht war nur mein Gesicht im Freien, was die circa 20 Mücken als Angebot zum saugen auffassten. 30 stiche im Gesicht sind einfach zu viel. Spruch des Tages: Eine Mücke kommt selten alleine. Km-stand 499

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-25 21:34:33


Tag 20 - Es geht weiter

Heiko Gärtner

Gestern Nacht wurden wir von Gottfried einem schweizerischen Landwirt herzlich aufgenommen. Die konfu Katze mit einem gefleckten Fell wollte die Stabilität von Raphaelas Wurfzelt testen. Katzentest mit bravur bestanden. Wenn es jetzt noch Wasserdicht wäre, könnte man es als Zelt betrachten. Unsere Nachtmelodie war direkt angrenzende Autobahn und der viertelstündliche Interrail. Aber gehört haben wir nichts. Wir sind beide sofort im komatösen Tiefschlaf verfallen. Heute gings endlich mal bergauf. Im warsten sinne des Wortes sind wir nur bergauf nach einsiedeln gelaufen. Was für ein Panorama, wenn es nicht geregnet hätte. Am späteren Abend wurden wir mit einem Lichtblick belohnt. Spruch des Tages: Anscheinend schauen wir so bedürftig aus, dass uns Menschen auf der Strasse ansprechen, ob sie uns ans Ziel fahren sollen. Km-stand 519

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-26 23:45:12


Tag 21 - ich geh kein Stück mehr bergauf

Bergauf

Endlich gab es mal einen richtigen Regenschauer in der Nacht! In der Mitte der Nacht konnte ich nicht mehr feststellen, ob es nur außen oder auch in meinem Tarp geregnet hat. Wie kommt den bitte eine Wolke genau unter meine Schlafplane? Kann es wirklich sein das meine Plane aus Stoff nach sieben Tagen Dauerregen undicht wird? Nachdem ich das Regenprasseln auf meiner Stirn spüre und mein Fellschlafsack zum Wasserbett mutiert ist, denke ich ja. Ist es nicht schön einen eigenen Wellnesbereich im Wald zu haben? Geeignete Schlafplätze zu finden wird immer schwieriger. Leider. Unsere heutige Route führte uns über den höchsten Berg auf der Jakobsroute in der Schweiz. Wir haben uns überlegt was ist schlimmer - stundenlang steil Berg auf oder Berg ab? Wir konnten uns nicht einigen. Spruch des Tages: Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer. Km-stand 545

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-27 23:32:11


Tag 22 - Wann wird es endlich wieder Sommer?

kein Sommer in sicht

Wann wirds mal endlich wieder Sommer, so wies früher einmal war? Man man wir dachten es reißt wirklich auf und dann fünfstunden harter Dauerregen. Wie fühlt es sich eigentlich an trocken zu sein? Diese Frage stellen wir uns schon seit Tagen. Heute habe ich mit meiner improvisierten Schwimmhilfe den Vierwaldstetter See überwunden. Uh so kalt und so windig, das sich meine Brustwarzen für den Rest des Tages versteckt haben. Heute haben wir erst nach Stunden einen passenden Schlafplatz gefunden. Wobei passend kann man nicht sagen. Es ist eben ein Platz wo wir vielleicht schlafen können und nur vom Autolärm, vom Glockenspiel der Kühe genervt werden und die anliegenden Nachbarn uns beäugen. Wir sind also rund um zu frieden. Spruch des Tages: Petrus hat was gegen uns. Km-stand 558

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-28 22:56:12


Tag 23 - Der Weg ist nass

Dieser weg wird ein nasser sein

Dieser Weg wird ein nasser sein, dieser Weg wird schlamig und feucht. Schon wieder hatten wir über die ganze Nacht verteilt ein ordentliches Gewitter. Auch unsere achtstündige Laufstrecke wurde mit Dauerregen und Hochdruckreinigerregen begleitet. Langsam spüren wir die seelische Spannung. Auch bei uns herscht ein Tiefdruckgebiet der Frustgefühle nicht fotografieren und filmen zu können. Außerdem wollten wir uns beim Baden waschen und nicht während des Laufens. Wir sind seit sieben Tagen bis zur letzten Rizze nass und langsam macht es keinen Spaß. Heute sind wir auch noch an einer Fressmeile vorbeigekommen wobei meine Zunge das Wasser vom Boden aufsaugte. Vielleicht war es nicht der Regen sondern der Appetitspeichel. Spruch des Tages: Vielleicht sollten wir die Fertigkeiten der Heimatlosen annehmen und unter der Brücke nächtigen und im leeren Ölfass ein Feuer zum wärmen anmachen. Km-stand 576

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-29 22:30:01


Tag 24 - Ab und an ist der Jakobsweg zum schreien und fluchen

Jakobsweg - ein harter Weg

Endlich haben wir die Regenphase überwunden. Heute wurden wir während der Pilgerwanderung nur eine Stunde durchnässt. Man freut sich so sehr über die Sonne, wenn man wirklich durchnässt ist. Endlich können wir auch hinter den Wolken die traumhaften Panoramen bewundern. Raphaelas Nase ist langsam von unseren Körperausdünstungen überfordert. Ob wir heute einschlafen können wissen wir noch nicht, da unsere Gesichter durch den Sonnenbrand heller leuchten als der Mond. Heute wurden wir wieder von der Nettigkeit der leute überrascht. Eine Landsmännin bot uns sofort Hilfe an und fühlte unsere Wasserbehälter. Spruch des Tages: Wenn der Mensch den Naturgewalten ohne Schutz ausgesetzt ist gleicht sich nach geraumer Zeit der Geruch der Tierwelt an. So erkennnen wir das wir nur ein Tier mit Seife sind. Km-stand 597

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-30 23:01:22


Tag 25 - Wann holt mich der Zug ab?

Wann holt mich der Zug

Die Tour stellt uns jeden Tag vor neue Herausforderungen. Die Tagesetappen im Jakobswegwanderführer kann nur ein Übermensch bewältigen. Wir fragen uns ob der Schriftsteller den Weg nur auf der Straße im Auto zurück gelegt hat, da der Wegstreckenangabe genau mit den Autokilometer übereinstimmt. Die Wege führen uns über Stock und Stein, Gleise, Berge, Kuhweiden und Flüsse. Stundenlanges Berg an und abgehen gehört zum Tagesgeschehen. Teilweise fühlt sich der Weg wie ein Kreuzweg an nur dass das Kreuz der Rucksack ist, der geschleppt werden will. Spruch des Tages: Glaube keinem Reiseführer den du nicht selbst gefälscht hast. Km-stand 629

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Zuletzt aktualisiert am 2010-07-31 23:00:12


Tag 26 - Panorama pur

Panorama

Wenn ich bedenke das ich ein viertel der Zeitplanung schon gelaufen bin und ich richtig rechne sind noch zuviele Kilometer übrig. Der Weg ist wirklich hart und wilde Plätze zum schlafen zu finden wird fast unmöglich. Es stehen einfach überall Häuser oder Industrie. Heute haben wir endlich ein Bad zum waschen nehmen können. Herrlich - Raphaela fühlt sich wieder wohl. Neun Tage nicht waschen war ihr einfach zu lang. Heute wurden wir mit grandiosen Panoramen belohnt. Am Zielort angekommen begrüßte uns gleich ein lautstarkes Gewitter. Sammeln im Regen macht besonders viel Spaß und die Plane aufstellen natürlich auch. Dieser ständige Grillgeruch am See macht mich echt Mürbe und langsam ruft mein Körper nach jagd und demzufolge nach Fleisch. Spruch des tages: Wir sind alle Jäger auf die eine oder andere weise. Müsli reicht nicht zum Leben. Km-stand 652

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-01 21:25:23


Tag 27 - es kommt schlimmer

Heiko Gärtner

Wenn man glaubt es kann nicht mehr schlimmer kommen, dann kennt man den Jakobsweg im Freien nicht. Das Leinenzelttuch steht vor Schimmel. Da ich kein Feuer machen kann, weil in der Schweiz alles an jeder Stelle verboten ist, kann ich meine Plane nicht trocknen und Rauchimprägnieren. Das hat zur Folge, dass ich seit Tagen im nassen schlafe. Gestern Nacht kam noch ein nettes Gewitter mit murmelgroßen Hagelkörnern. Ein Mann wurde als er Schutz unter einer Eiche suchte vom Blitz erschlagen. Das fehlt noch - pilgern und vom Blitz getötet werden. Schweiz kotzt uns richtig an. Die Verbote nicht frei leben zu dürfen schnüren uns die Luft ab. Auf unserem Pilgerweg schütteten uns zwei Gewitter die Hand. Welche Schuhe soll ich morgen anziehen? Die nassen oder die ganz nassen? Sarkasmus ist der Humor des Pilgers. Spruch des Tages: wir schwimmen weiter mit dem Strom. Km-stand 679

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-02 23:07:02


Tag 28 - Angeblich nur noch 1700 km bis ans Ziel. Bis ans Ende der Welt sind es noch weitere 100 km

Das Ende der Welt in sicht

Als erstes möchte ich heute Herrn Theo Rüspeler danken, der mir als Hufschuhdoktor bei der Besohlung von unseren Lasttieren zur Seite gestanden ist und die Hufschuhe problemlos zurück genommen hat. Die Naturkatastrophen auf der Welt häufen sich. Ganz Pakistan ist durch den Monsun überflutet und um 50 jahre in der Zivilisationskette zurück geworfen. Zypern übersteht gerade eine Hitzeperiode mit 49 Grad am Tag und 36 grad in der Nacht. Gibt es nur noch Rekorde der Verwüstung auf der Erde? Aber angeblich ändert sich das Klima ja nicht! Auf unserem Weg haben wir elf Tage über 33 Grad und bis zu 39 Grad erlebt. 10 Tage Hardcore Dauerregen mit Hagelperioden. Warum ich das erzähle? Mein Regentarp ist absolut fertig. Gestern wäre ich trotz aller Tricks fast unter meiner Regenplane ertrunken. Ich wußte nicht das ich beim Pilgern den Rettungsschwimmer brauche. Die Füße sind von der ewigen Nässe aufgequollen. Hab trotzdem im Tarp ausgeharrt. Spruch des Tages: Von einer verdammt wilden Tour, zu einer Tour der Wetterextreme. Km-stand 712

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-03 22:02:54


Tag 29 - Zähneputzen mit meinem Zahnholz

Zähneputzen mit einem Zahnholz

Heute hat ein Stinktier unseren Pilgerweg gekreuzt und hat uns gehuldigt, weil wir noch stärker stinken als es selbst. Deswegen ist heute Waschtag. Die Kruste aus der Unterhose und aus den Socken konnte erfolgreich beseitigt werden. Heute wurden wir außerdem angesprochen in dem Alter pilgert man doch nicht, in dem Alter kriegt man doch Kinder. Jetzt wissen wir wo wir stehen. Doch die fehlende Wildnishygiene ist das beste Verhütungsmittel aller Zeiten. Aber heute sind wir ja klinisch rein. *Zwinker*. In Freiburg angekommen habe ich mir den ersten Pilgerstempel der Schweiz abgeholt. Ich muss ja sparsam sein, da mein Pass nur begrenzt Platz bietet. Das Feuermachen klappt schon auf fünf verschiedene Arten perfekt. Bin wahrlich stolz auf mein Feuermaterial. Spruch des Tages fällt aus wegen Übermüdung. Km-stand 744

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-04 19:11:44


Tag 30 - Lecker Kräutersalat

Lecker Kräutersalat

Hatten wir eine Tierbegegnung nach der anderen: Mauswiesel, Eichhörnchen, Fuchs, etc. Immer wenn du glaubst es geht nicht mehr kommt ein steiles Bergerl daher. Heute sind wir schon wieder vom Regen wach geküsst worden. Raphaela ist gleich nackt in den Fluss gesprungen um sich zu waschen. Denn es ist ja eh schon egal warum man friert. Wenigstens sauber. Wenn sie nur gewußt hätte, dass wir auch unterm laufen ordentlich durch gewaschen worden wären, ob sie dann bei zehn Grad gebadet hätte? Raphaela ist so richtig vom Wetter angepisst und lustlos. Die Schwelle des Wetters ist aufgetaucht. Auch meine Nerven sind angekratzt und so geben wir uns Küsschen das wir zusammen halten und weiter laufen. Spruch der Tages: Alles was ich fleischliches zum essen finde steht unter Naturschutz. Unsere Highlights heute Wildsalat und ein Feuer im Dauerregen. Km-stand 776

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-05 20:48:12


Tag 31 - Feuer anblasen erinnert mich schon wieder an meine Fußblase

Feuer anblasen erinnert mich schon wieder

Die Rohhaut als Isomattenersatz stinkt zum Himmel. Mich umgarnt die ganze Nacht der Duft eines nassen Fuchses. Die Nachttemperatur hatte um zwei Uhr morgens stolze drei Grad. Langsam aber sicher erreichen wir extreme, auf die das Material nicht abgestimmt ist. Heute hätten wir den eigentlichen Pilgerweg mit 800 km bezwungen. Genau so fühlen wir uns auch. Wir haben nicht nur Wasser in den Blasen an den Füßen, sondern auch Wasser in den Augen vor Schmerzen. Ich schleppe mich langsam jeden Schritt als wäre es der letzte. Raphaelas Knie schmerzt wie die Hölle. Wir bezeichnen uns nur noch als Invalidenpilgertruppe. In der Kirche hört man ja immer man muss Leiden bevor man erlöst wird. Das haben wir also hinter uns. *lach*. Aber Blasen haben auch was positives. Man hat immer eine Notreserve zum trinken dabei. Sarkasmus ist des Pilgers täglich Brot. Spruch des Tages: und es gibt doch eine Blase auf der Blase. Ab und zu entdeckt man auch Neuheiten auf dem Glaubensweg. Wer hätte geglaubt, dass es ein Blasenhochhaus gibt. Km-stand 796

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-06 22:52:12


Tag 32 - Ist es eine Zehe oder ein Ballon?

Ist es eine Zehe oder ein Ballon

Der Tag des Wundenleckens. Zum Frühstück gab es frisch gepflückte Brombeeren mit Getreidemüsli, um uns für den Tag zu stärken. Bereits nach wenigen Kilometern besuchten uns, unsere alten Freunde die Muskelschmerzen wieder. Nach weiteren drei Kilometern ermahnte mich mein aufgestochener Blasenberg. Ich sollte doch eine Pause einlegen. Zur Belohnung begleitete uns die Sonne auf Schritt und Tritt. Endlich haben wir wieder einen der wenigen freien Plätze im Wald ergattert. Natürlich steht auch vor diesem Wald ein großes Verbotschild und wir wurden gleich von einem Passanten ermahnt: Schlafen im Freien und Feuer machen ist nicht erlaubt. Langsam habe ich wirklich das Gefühl, dass man nur im freien schlafen darf, wenn man sich einen eigenen Grund kauft. Was mich allerdings schockiert hat, dass man auf seinem eigenen Land kein offenes Feuer ohne behördliche Anmeldung schüren darf. Spruch des Tages: Ein Hoch auf den Glaskäfig der gesetzes fanatischen Gesellschaft. Km-stand 822

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-07 23:24:33


Tag 33 - Heute war der Tag der Ernte

Tag der Ernte

Bei stahlendem Sonnenschein pilgerten wir in die Schlemmeroase am Genfer See. Es gab auf unserem Weg Weintrauben, Kürbise, Brombeeren, Zwiebeln, Pastinakwurzel und Kiwis. Endlich ein reich gedeckter Tisch. Hab es zur Zeit dringend nötig. Hänge nur noch in Energie- und Schmerzlöchern rum. Heute wird ausführlich gekocht. Zuvor gibt es im See noch eine ordentliche Waschung. Hab mir gestern auch noch einen Eschenwanderstock geschnitzt um meine Füße zu entlasten. Spruch des Tages: Heute waren wir im Land wo Milch und Honig floß. Km-stand 854

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-08 21:40:21


Tag 34 - Heute haben wir eine besonders große Pastinakwurzel ernten können

Pastinakwurzel gibt Kraft

Langsam gewöhne ich mich an meinen selbst geschnitzten Wanderknüppel. Ein absolutes Allroundtalent: Hilft beim Berg auf und ab gehen. Hilft bei der Ernte von Früchten. Kann zur Verteidigung eingesetzt werden. Vertreibt wilde Hunde und anderes Getier. Kann als Zeltstange benutzt werden. Und zu guter letzt kann ich Raphaela anstupsen, wenn sie zu schnell oder zu langsam läuft. Ein Wunderinstrument. Außerdem beäugen mich die Menschen als würde ich vom Stern Melmak kommen. Mein Erscheinungsbild gleicht immer mehr einem leidenden Neandertaler nur mit Pilgerknüppel, statt mit Steinzeitwerkzeugen. Heute hat sich zum fünften Mal an der gleichen Stelle eine Blase gebildet. Nach dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit muss jetzt die Heilung eintreten, da ich nicht Glaube, dass die Zehe abfallen kann. Spruch des Tages: Ernte gut alles gut. Km-stand: 873

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-09 23:46:11


Tag 35 - Frösche kann man mit Haut essen, Kröten müssen wegen den Stinkdrüsen gehäutet werden

Frösche kann man mit Haut essen

Heute sind wir bei strahlendem Sonnenschein wie zwei Marathonläufer in Genf eingelaufen. Ja fast im warsten Sinne des Wortes. Raphaela stellt sich wirklich die Frage ob sie eingelaufen ist oder ob sie der schwere Rucksack in die Knie zwingt. Die Geruchsflut von wohlschmeckender Nahrung hat uns auch dieses mal fast den Verstand gekostet. Ich weiß nicht ob man es sieht, aber ich trage meinen Magen schon am Boden mit durch die Stadt. Irgendwie könnte ich ständig essen. Nüsse, Trockenfleisch, gesammeltes Obst, Gemüse, Kräuter, Wurzeln, tierische Notnahrung. Ich esse was ich finde aber es reicht nicht. Mal sehen, ob es besser wird, wenn wir die französische Grenze übertreten. Vielleicht finden wir bald Oliven, Trauben, Äpfel, Kiwi, Pfirsiche etc. Ab ins Land der Genießer. Spruch des Tages: Heute wurde unser Riechorgan von der Lustmeile des Fressens vergewaltigt. Km-stand 892

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-10 23:24:12


Tag 36 - Reiche Beute aus Feld und Flur

Reiche Beute aus Feld und Flur

Endlich haben wir französischen Boden betreten. Mit dem betreten kamen auch schon die ersten Probleme. Kein Mensch versteht uns mehr und wir können nicht einmal mehr nach den Weg oder nach Trinkwasser fragen. Man ich hätte doch in der Schule besser aufpassen sollen. Damals hat mich französisch vom Gymnasium geworfen. Ich denke aus guten Grund. Raphaelas Körperenergiebatterie ist bei null Prozent wenn sie einen Berg sieht. Sofort entgleisen die Gesichtszüge. Warum soll ich da hoch, wenn ich eh gleich wieder runter muss? Wir lachen uns nur noch kaputt das es teilweise schon fast weh tut. Auch mein Wanderknüppel findet regen Einsatz zum Bergauftrieb von Raphaela. Ein leichter Stich genügt und sie trottet treu hinter her. Ich bin ultra froh das sie mich noch wenige Tage begleitet. Was dann kommt steht in den Sternen. Spruch des Tages: Es kommt immer anders als ich plane. Km-stand 915

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-11 23:54:55


Tag 37 - Der Stein der Weisen

Der Stein der Weisen

ich wußte nicht, das der Weg nach Spanien von Woche zu Woche länger werden kann. In Deutschland haben wir ein Schild mit der geringsten Kilometerangabe gesehen. In der Schweiz waren wir schon bei 200 km mehr und in Frankreich bei 350 km mehr. Laufen wir Rückwärts oder schreibt jeder was er will auf den Kilometerstein. Heute morgen wurden wir von einem Rentiersuchtrup mit LKW geweckt. Habt ihr ein Rentier gesehen? Oh oh die Franzosen sind ja schon gut am morgen drauf dachten wir. Fünfzehn Minuten später beim Frühstück hielt der LKW wieder bei uns an und mit an Board ein echtes Weihnachtsmannrentier. Zu guter letzt erfuhren wir das es unweit von uns geschlafen hat und wir durften es zum krönenden Abschluß streicheln. Nach einer 35 Kilometeretappe mit unzähligen Panoramen und Obsternte verpassten wir die Abfahrt zu unserem Zielort. Wie schön ist es Fußtod zu sein und fünf Kilometer zurück laufen zu müssen. Spruch des Tages: Jeder Umweg birgt ein Geschenk in sich. Durch den Umweg erhielt euch heute von zwei netten Münchnerinen eine Heilsalbe für meine Füße geschenkt Km-stand: 955

Pressebericht

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-12 23:59:59


Tag 38 - Unser Erwachen

Unser Erwachen

Heute konnten wir mit einem absolut genialen Bergpanorama aufwachen. Nach einem Getreidemüsli ging es dann wieder auf die Piste. Endlich keine Berge. Wir konnten ganz eben an einem schönen großen Fluß entlang gehen. Auch heute hat sich der Fehlerteufel in der Marschroute eingeschlichen und wir durften wie so oft unser Camp im dunklen errichten. Feuerholz sammeln im dunkeln ist besonders schön. Die Tage werden kürzer und wir kommen immer schlechter mit unserem Zeitplan zurecht. Wenn ich nicht an Weihnachten in Spanien in die Christmette gehen will, muss ich am System etwas verändern. Zuviele km und zu wenig Zeit. Seit drei Tagen schläft mir über Stunden der rechte Fuß ein. Daran erkenne ich sehr gut wie sehr mich die Campsuche aufhält. In zwei Tagen möchte ich mit Phase zwei beginnen, wenn die ersten 1000km in Steinzeitlicher Manier als Jäger und Sammler geschafft sind. Dann möchte ich 1000km nachempfinden wie man mit dem geringsten Material (Feuerstahl, Notschlafsack, Biwaksack) lange Zeit frei als Jäger und Sammler leben kann. Klar wärmt ein Fell besser als ein Notschlafsack mit einem Kilo Gewicht aber ich will auch heraus finden wie sehr sich der Mensch an das Wetter durch seine Thermoregulatorischenfähigkeiten angleichen kann. Wenn ich noch Energie besitze möchte ich die letzten 100 bis 300 km ohne Material nur mit Feuerstahl und Messer ohne Zunahrung bestreiten. Wir werden sehen was kommt. Spruch des Tages: Nicht immer führen alle Wege nach Rom. Km-stand 986

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-13 23:52:33


Tag 39 - Meine Deutschlandtour wäre nun geschafft

Meine Deutschlandtour wäre jetzt beendet

Frankreich ist auf seine Art etwas ganz besonderes. Endlich kann ich Stille hören die mir in Deutschland und Schweiz verwehrt geblieben ist. Nachts ohne Lärm einschlafen ist Klasse. Ob Kuhglocken, Straßen-, Autobahn- und Fluglärm bis hin zu Open Air Veranstaltungen uns den Schlaf gekostet haben, sind wir hier froh endlich nur Naturgeräusche zu hören. Außerdem grüßt hier jeder jeden. Probier das mal in Berlin aus die liefern dich prompt in die Irrenanstalt ein. Auch wenn wir kein französisch verstehen, erklären uns die freundlichen Franzosen in ihrer Chameurprache wohin wir gehen sollten. Tägliches umherirren inklusive. Die Mirrabelen die wir täglich ernten schmecken einfach köstlich. Außerdem haben wir heute eine Gottesanbeterin beobachten dürfen. Langsam aber sicher haben wir das Gefühl das der Tourismusverband die Bergprämie bekommt wenn der Weg über einen Bergkamm läuft. Wenn laut Utmkarte die Laufstrecke auf 10km machbar wäre laufen wir auf dem Jakobsweg 18 bis 20 km. Spruch des Tages: Warum leicht wenns auch kompliziert geht. Km-stand 1009

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-14 23:59:59


Tag 40 - Meine erste Notunterkunft

Meine erste Laubhütte auf der Tour

Raphaela hat die letzte Regennacht stark zugesetzt. Ohne Schlaf und schmerzenden Verspannungen kann sie nur noch schlecht am rechten Auge sehen. Die Tour ist heute für Raphaela beendet. Sie schläft den Tag über und wird voraussichtlich Mittwoch die Heimreise antreten. Nach dem Schlaf fühlt sie sich schon wieder sehr wohl. Das Lachen und Scherzen wird mir fehlen. Auch ich bin nicht ganz ungezeichnet. Der rechte Fuß schläft teilweise länger als ich schlafen kann. Auch mein Rücken schmerzt vom ersten bis zum letzten Wirbel. Mein überdimensioniertes Blasenloch in der kleinen Zehe schließt sich langsam wieder und ich kann schon ohne Schonhaltung auftreten. Trotz Massen an pflanzlicher Nahrung schwingt der Hunger immer mit. Das Jagdrecht verwünsche ich hier an dieser Stelle. Man wird faktisch gezwungen einkaufen zu gehen. Alle Gesetze sind so aufgebaut das man nicht mehr frei leben darf. Feuer verboten. Sammeln darf man nur einen Handstrauß voll Kräuter. Wer soll da satt werden? In ganz Frankreich und Spanien ist schlafen im freien verboten. Wenn man auf den Feldern vor Hunger zwei drei Früchte erntet ist das Diebstahl und kein Mundraub. Spruch des Tages: Ein hoch auf den gesetzes und Konzernbedachten Industriestaat. Km-stand 1029

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-15 23:17:00


Tag 41 - Wir sind sehr dankbar für jede besondere Tierbegegnung

Wir sind sehr dankbar für jede besondere Tierbegeg

Endlich mal wieder Regen. 10 stunden war ich Gott sei Dank in meinem Tarp gefangen und musste schlafen. Das hat mir mal wieder so richtig gut getan. Nur die Knochen spüren die Kälte und die Nässe sehr. In meinem Wanderführer konnte ich erspähen, das es die nächsten Tage nur Berg auf und Berg ab geht. Auf der Straßenkarte ist alles schön eben. Jetzt weiß ich auch warum es Panoramastrecke heißt bis Le Puy. Man muss von jedem Berg ins Tal geschaut haben um einige gute Panoramaaufnahmen mit dem Foto festzuhalten. Wenn nur nicht das schlechte Wetter wäre was die Sicht versperrt. Ist schon frustrierend auf den Gipfel zu laufen und keine Aussicht zu haben. Spruch des Tages: Wann wirds mal endlich wieder Sommer. Km-stand 1061

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-16 23:23:02


Tag 42 - Bald sehe ich aus wie Bob Marley

Bald sehe ich aus wie Bob Marley

30 Grad die Frisur sitzt vor Fett, Dreck und Speck. Es war nicht drei Wetter Taft, sondern die Ungewaschenheit. Heute steht es fest - morgen trennen uns die Wege. Raphaela darf wieder zurück in ihr Amt. Ob der Urlaub leichter war als die Arbeit steht noch nicht fest. Auf jedenfall werden wir uns vermissen. Wir hatten so viele Sarkastische Momente wo wir Tränen gelacht haben, das wir nicht mehr wissen wo der Handlungsort war. Zum Abschied schickt der Wettergott das schönste Wetter. Ab morgen beginnt Phase zwei: mit Messer, Feuerstahl, Notschlafsack 700 g, und Biwaksack als Neuzeit Jäger und Sammler geht es weiter für 1000 km. In dieser Zeit will ich zeigen, dass man von März bis ende Oktober frei in der Natur leben kann und man von Punkt A nach punkt B wandern könnte. Wildnis ist nicht unser Feind sondern unsere Mutter die Erde die uns alles zum Leben schenkt. Natürlich habe auch Existenzängste und weiß nicht ob es klappen wird. Es wird auf jedenfall mein Urvertrauen in die Schöpfung stärken. Spruch des Tages: Time to say good bye. Km-stand: 1092

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-17 23:55:59


Tag 43 - Abschied schmerzt

Heute war es soweit Raphaela hat mich mit Tränen in den Augen verlassen. Jetzt bin ich mit meinem knall roten Rucksack unterwegs der viel zu schwer ist da ich die Kammeraausrüstung und ein Solarsegel mit mir herum schleppe. Wenn das keine gute Doko wird weiß ich auch nicht mehr lach. Gott sei dank habe ich beim Starkregen eine Schutzbehausung gefunden. Mal sehen wie warm mein 700gramm Schlafsack ist. Spruch des Tages: Abschied schmerzt. Km-stand 1130

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-18 22:14:41


Tag 44 - Erster Tag in Phase 2

Erster Tag in Phase 2

Hab heute Edgar getroffen - einen Heilpraktiker aus München. Wir hatten stundenlange wunderschöne Gespräche. Trotzallem vermisse ich Raphaela schon sehr. Was man auf jedenfall jetzt schon sagen kann das dieser Teil um längen anspruchsvoller ist. Die Nächte sind kühl und kurz. Die Strecken mit Notausrüstung und Kamera sind so schwer das ich abends kaum die Schultern bewegen kann. Außerdem laufe ich durch langeweile und Angst vor der Kälte noch länger. Habe heute meinen persönlichen Rekord mit 48km aufgestellt. Mit dem schweren Rucksack schwitze ich ein vielfaches was schlecht für den Wärmeerhalt in der Nacht ist, da ich nur wenige Kleidungsstücke besitze die mich wärmen könnten. Spruch des tages: Steinzeit war doch komfortabel. Mein Fellbeutel war einfach klasse. Km-stand 1078km

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-19 23:49:00


Tag 45 - Wenn man glaubt bekommt man

Wenn man glaubt bekommt man

Heute habe ich die Kilometer nochmals genau nachrechnen lassen. Postb heng - Bregens 432 km Schweiz 550 km in Frankreich bis Le Puy 365 km gesamt 1347 km ohne Umwege. Mit meinen Umwegen ergibt das 1498km. Wahnsinn. Halbzeit. Ich hatte nicht Gedacht dass das Ende der Welt so weit entfernt sein kann. Außerdem habe ich heute noch einen außerordentlich großen Jagd- oder besser gesagt Sammelerfolg zu verbuchen. Ein Vogel wurde angefahren. Das Abendessen ist gesichert. Warum man Berge hoch geht? Das man sie wieder runter gehen kann. Ankommen. Dieser Wort spuckt mir ständig im Kopf rumm. Nur wo! Spruch des Tages: Wenn man glaubt bekommt man. Km-stand: 1498

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-20 23:33:21


Tag 46 - Raphaela komm bald wieder

Raphaela komm bald wieder

Heute hatte ich das Vergnügen mit Paul einem Lebensmitteldirektor mehrerer namhaften Firmen den Weg zu teilen. Nach ausführlichen Gesprächen über seine Schokoladenerfahrungen lief mir das Wasser im Mund zusammen. Ich treffe genau den Menschen der sich mit Nahrungsmitteln beruflich auseinander gesetzt hat der seinen Rentenbeginn mit einer Pilgerreise beginnt. Auf meinem Rücken haben sich schon schöne blutige Scheuerstellen ergeben, die ich fachmännisch mit Pflastern abgedeckt habe. Heute war es beim Laufen wie im Backofen nur heisser und ohne Umluft lach. Spruch des Tages: Raphaela komm bald wieder. Km-stand 1525

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-21 20:12:22


Tag 47 - Wenn das Blut kommt lauf einfach weiter

Wenn das Blut kommt lauf einfach weiter

Heute will ich an dieser Stelle den Zeitungsbericht wie es so schön heißt berichten. Kein Mensch hätte sich so lange mit mir durch die Schweiz gequält wie Raphaela. Ich habe noch nie eine taffere Person an meiner Seite gehabt. Jeder normale Mensch hätte schon längst aufgegeben. Heute war mal wieder ein ultra heißer Tag mit knackigen 33 Grad im Schatten. Mein Rücken blutet von der Reibung des Rucksackes. Trotzdem bin ich froh diesen Weg gewählt zu haben. Ich erkenne meine alten Lebensmuster und verspüre den Drang mich zu verbessern. Spruch des Tages: Wenn das Blut kommt lauf einfach weiter. Km-stand 1558

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-22 21:12:05


Tag 48 - Frei zu sein ist herrlich

Da ich kein Akku auf meinem Handy habe muss ich eine Lösung finden da mein Solarsegel defekt ist. Stand der Dinge: der Rücken blutet weiter aber Streetsurvivalist klasse. Ich schaue was mir der Abfall der Stadt bietet und was ich geschenkt bekomme. Derzeit esse ich immer noch 90 Prozent aus der Natur aber einige Leckerein hab ich schon gefunden oder erbeten. Ohne Geld in unserer Gesellschaft zu leben ist leichter als ich dachte. Spruch des Tages: Frei zu sein ist herrlich

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-23 23:44:32


Tag 49 - Und es geht doch

Der Rücken blutet und ist offen vom Rucksack. Phase 2 läuft gut - ich meine circa 90 Prozent aus der Natur und ein bisschen bekomme ich geschenkt oder ich meine von den Feldern oder Jage. Streetsurvival bedeudet ich lebe jetzt 1000km ohne Geld - bediene mich aber am Abfall der Menschen und ich lass mich auch gerne einladen. Habe bis jetzt drei Euro geschenkt bekommen. Gestern hatten wir die kälteste Nacht seit beginn. 3 Grad kaum auszuhalten wenn man durch den Regen nass war. Der Notschlafsack wiegt 600 Gramm und ich habe einen Biwaksack plus zu kleines Regentarp. Meine Füße schmerzen jeden Tag mehr und mein Hunger wächst. Hab aber wieder 2 Kilo aufbauen können. Hatte gute Jagderfolge: Vogelkadaver, Fisch und Schnecken. Highlight war eine ausgeblichene Chipstüte im Abfall.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-24 23:59:01


Tag 50 - Es wird Zeit in den warmen Süden zu kommen

Es wird Zeit in den warmen Süden zu kommen

Was für eine Nacht - drei Grad - ich wäre fast erfrohren. Mein Körper hat die Wärme im Körperrumpf zentralisiert um sich zu schützen. Als ich aufgewacht bin schüttelte es mich am ganzen Körper. Notschlafsack bedeutet wohl wirklich not *lach*. Die Landschaft ist der Wahnsinn - unbeschreiblich schön - man kann es kaum in Worte fassen. Selten so viel Schönheit auf einen Platz gesehen. Doch im Hochland ist das Klima wirklich rau - entweder brütend heiß oder elend kalt. Trotzdem freue ich auf jeden Tag auch, wenn es mir viel abverlangt. Spruch des Tages: Es wird Zeit in den warmen Süden zu kommen wo die Nächte milder sind. Km stand 1645

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-25 23:25:23


Tag 51 - Durch endlose Weiten führte mich heute der Weg

Schier unbegrenztes Land ohne Besiedlung. An diesen besonderen Orten spüre ich wie frei ich hier auf diesem Weg bin. Ich hoffe meine Füße und mein Rücken spielen lange genug mit. Heute gab es Schnecken mit Wildsalat und einem weggeworfenen Stück Brot. Spruch des Tages: ist es nicht klasse keinen Briefkasten für Rechnungen zu haben.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-26 23:55:01


Tag 52 - Das Jagdglück ist mit dem Wandersmann

Das Jagdglück ist mit dem Wandersmann

Ab drei Uhr meint man irgendjemand schaltet den Heißluftphön ein. Ab dieser Zeit schwitze ich Literweise das hart erworbene Trinkwasser aus. Meine Wunden am Rücken verheilen langsam. Endlich konnte ich wieder Fleisch herbei schaffen. Ein frisch überfahrener Vogel stand Abends auf meinem Speiseplan. Spruch des Tages: Das Jagdglück ist mit dem Wandersmann.

Pressebericht

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-27 23:59:59


Tag 53 - Ich fühle mich zur Zeit wie der Wespenfänger von Lot

Ich fühle mich zur Zeit wie der Wespenfänger von L

Nach stundenaufstieg durfte ich ein Panorama der Superlative betrachten. Die Nächte sind gott sei dank milder geworden und ich kann wieder fast fünf Stunden pro Nacht schlafen ohne aufzuwachen. Die Wespen sind hier so angriffslustig das man wirklich ruhig bleiben muss. Außerdem treten sie seit Tagen in Schwärmen auf und verfolgen einen beim Laufen. Morgen ist es soweit - ich werde wieder fünf Kilo Gepäck ablegen. Ich reduziere mich nur auf das Überlebensnotwendige. Spruch des tages: Ich fühle mich zur Zeit wie der Wespenfänger von Lot.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-28 21:10:33


Tag 54 - Spanien kommt näher

Spanien kommt näher

Zur Zeit fühle ich mich als hätte ich die Siebenmeilenstiefel an. Ich schaffe Strecken am Tag die fast unmenschlich sind. Hab zur Zeit einen schnitt von 44km pro Tag. Warum? Das ist eine Kombination aus Willen, Einsamkeitsbekämpfung, Langeweile, Töten und das abgelegte Gewicht. Heute habe ich wieder fünf Kilo mit der Post nach Hause geschickt. Jetzt habe ich weniger als eine Notsituation erfordern würde. Mein Gottvertrauen ist so groß, das mir alles zur rechten Zeit gegeben wird, das ich gerne dieses Risiko eingehe. Heute habe ich meinen Schlafplatz ganz gezielt ausgewählt. Ich bin im Schlangenparadies angekommen. Heute hatte ich das Vergnügen mit drei schwarzen Schlangen mit gelben punkten. Circa 130cm lang, zwei Fingerdick und ordentlich schnell. Da ich gerne alleine schlafe, eine besonderer Schlafplatzwahl. Zur Zeit gibt es frische Feigen und Pfirsiche. Sehr lecker. Spruch des Tages: Spanien kommt näher

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-29 21:37:02


Tag 55 - Ganz besonderer Dank

Ich möchte Danke sagen

Es ist wirklich fantastisch das Sonnengereifte Obst wächst einem praktisch in den Mund. Heute hatte ich auch wieder zwei begegnungen der besonderen Art. Einmal eine Großeidechse und eine weitere Schlangenbegegnung. Heute möchte ich meinen kleinen Helferlein danken, die mich so tatkräftig unterstüzen. Vorallem meinen Eltern danke ich, dass sie so viel Geduld haben und an die Sache glauben und endlos mitorganisieren. Meiner Freundin möchte ich danken, die Kamerafrau, Seelentröster, Motivator und Mitreisender zum Teil ist. Josef danke ich der mich in den ersten Wochen begleitet hat und mein Bodyguard und mein Navigator war. Udo meinem Pressemann möchte ich für die tollen Artikel danken und für seine Unkosten. Den Leuten die für Alfredo und für mich gespendet haben möchte ich danken. Für das Vertrauen und die Mithilfe von meiner Schwester und ihren Mann und meinem Kumpel Rainer. Und allen Tagebuchlesern. Ganz besonders danke ich Jürgen meinem Internetmann und Stefan meinen Ersatzkameramann und Spontanhilfskraft. Auch dem Hufschuhdoktor und unserem Eselliebhaber Herrn Bayer danke ich von ganzem Herzen. Auch den Fernsehleuten die sich die Zeit für einen Drehtag genommen haben danke ich und alle die ich vergessen habe wie Mentoren, Freunde, Partner und Gönner. DANKE!

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-30 23:01:11


Tag 56 - Ein sonniger Tag

Ein sonniger Tag

Was für ein sonniger Tag - einfach Klasse. Das Gewicht vom Rucksack ist jetzt Ideal zum Laufen. Meine geprellte Ferse macht zwar noch Probleme und das Bein schläft zu lange und zu oft aber ansonsten komme ich gut voran. Mein nächstes Zwischenziel ist die harte 2000km Hürde. Heute bin ich durch Millionen von Sonnenblumen gelaufen. Ich weiß jetzt woher das Sonnenblumenöl kommt. Heute hab ich auch noch zum Teil eine erfreuliche Nachricht übermittelt bekommen. Ich könnte der erste Wildnismann sein der einen offiziellen Mastertitel an einer Uni erhält aber leider kostet der Spaß 15000 Euro und ich darf einen haufen Fachleuten der Biologie, Ethnologie und Geologiebereich davon überzeugen, das Wildeswissen genau so real ist wie Studienfachwissen. Aber leider fehlt noch das Kleingeld lach. Wobei, Doktor Gärtner klingt doch gut. Der Name passt schon mal. Ich kann die spanische Grenze schon riechen. Tagespensum 46km

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Zuletzt aktualisiert am 2010-08-31 21:56:22


Tag 57 - Irgendjemand begleitet mich auf dem Weg und beschützt mich

Irgendjemand begleitet mich auf dem Weg

Endlich ist es so wild, wie ich es mir vorgestellt habe. Absolute Ruhe unendliche Weite. Niemand auf der Strecke und die Natur schenkt einen alles was man braucht. Heute konnte ich sogar eine Aubergine und eine Melone ernten. Die Feigen schmecken erst so richtig wenn sie von der Sonne verrunzelt sind. Und zu allem Überfluss gibt es heute noch handgefangene Krebse, welche genau kann ich nicht sagen. Ich Unterscheide nur in geschützt und ungeschützt und essbar und nicht essbar. Und beide mals eine positive Antwort. Also gibt es heute lecker Essen. Meine Füße schmerzen ganz schön aber sie werden schon noch durchhalten. Spruch des Tages: Irgendjemand begleitet mich auf dem Weg und beschützt mich.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-01 19:54:33


Tag 58 - die 2000 km Marke wurde geknackt

2000 km sind vorbei

Heute hab ich meinen eigenen Rekord überboten. Ich bin an einem Tag 51km gelaufen. Wahnsinn. Heute ist es einfach gelaufen hab von sieben bis in die Dunkelheit die Schuhe geschnürt und los gings. Ein Mitpilger den ich kurz am Wegesrand getroffen habe meinte zu mir schreib bitte ein Buch über deine Abenteur da schmilzt jeder vor lachen dahin. Mal sehen meinte ich. Mich juckt schon lange der Federkiel um meine Abenteur zu Papier zu bringen. Aber zuerst muss mein Buch Heilkraft der Mutter Erde auf den Markt. Ich habe nicht umsonst 8 Jahre lang recherchiert, wie man am besten seine Selbstheilungskräfte aktivieren kann. Ideen über Ideen. Momentan träume ich ohne Ende. Jeder Traum trägt eine Botschaft der Veränderung für mich in sich. Spruch der Tages: die 2000km marke ist Glaube ich geknackt, kann aber vor Erschöpfung nicht mehr so gut rechnen. Genauer Bericht folgt wenn ich nach Spanien komme.

Pressebericht

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-02 23:37:53


Tag 59 - Muss mich ablenken von den Schmerzen

Muss mich ablenken von den Schmerzen

Aus diesem Grund schreibe ich heute unterm Laufen. Ich habe mal wieder einen Blasenberg. Wunderbar. Und zu guter letzt geht mein Ladegerät meiner Kamera nicht mehr. Ohne Kamera bin ich ein niemand ich Lebe fürs Filmen und Fotografieren. Help! Heute hab ich eine abgezogene Schlangenhaut gefunden. Ok ich hab mich vertan, die Burschen sind doch größer als ich dachte. Leider konnte ich noch keine lebende ablichten - sind einfach zu schnell. Ab heute sind es noch 200km aus Frankreich raus. Dann kann das ware Pilgern ja beginnen, wie Spanien in seinem Einladungsbrief geschrieben hat. Die Blasen hab ich ja schon mal. Wenn mir jemand ein Ladegerät nach Frankreich bringen will - gerne. Den auf dem Weg gibts fast nichts vom Elektroniksektor. Spruch des Tages: diese ... Elektronik.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-03 21:01:02


Tag 60 - Wäre es nicht schön frei wie die Tiere, Pflanzen und Steine zu sein?

Wäre es nicht schön frei wie die Tiere, Pflanzen u

Aufgrund der Schmerzen lenke ich mich mal wieder durch schreiben an. Langsam aber sicher spüre ich die unheimliche Distanz, die ich in kürzester Zeit zurückgelegt habe. Derzeit bin ich im Schnitt bei 35 km pro Tag. Heute hatte ich zwei herausragende Begegnungen. Einmal mit einer Zornnatter circa 125 cm lang und 2 Finger dick. Ein sehr beeindruckendes Tier wenn man es aus der Nähe betrachten darf. Und einen Pilger habe ich getroffen, der sein Studium beendet hat und jetzt ausgestiegen ist vom gesellschaftlichen Leben. Einfach bei der Regierung abgemeldet. Ohne Krankenversicherung und ohne Wohnort auf nie mehr wiedersehen verschwunden. Burn out war der Grund. Ich konnte nur zu gut verstehen warum man seine Staatsangehörigkeit und seinen Pass am finstersten Ende der Welt verbrennen will um als neuer Mensch geboren zu werden. Auch ich spüre oft das Korsett der Gesellschaft war nur erlaubt was gut für die Geldindustrie ist. Man darf ja nicht mal im eigenen Garten ohne Anmeldung ein Lagerfeuer machen. Jagen ist eh verboten. Ein kleiner Junge hat mich mal gefragt, warum Eichhörnchen kein Geld zum Leben brauchen und nicht in die Schule müssen. Meine Antwort war weil sie keinen Sozialstaat gegründet haben und jeder frei leben darf. An diesem kleinen Beispiel sieht man im wlechem Korsett wir leben. Der Weg ohne eigenes Geld in verschiedenen Phasen zeigt mir wie frei man sich fühlen kann. Mein Stresstinitus ist völlig weg. Das Stresssyndrom des getroffenen Pilgers ist weg. Ich frage mich - Leben wir wirklich richtig? Ist es unser Ziel wie ein Hamster im Laufrad immer schneller zu laufen und doch nicht anzukommen im erstrebenswerten Frieden und Harmonie? Spruch des Tages: Wäre es nicht schön frei wie die Tiere, Pflanzen und Steine zu sein?

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-04 21:37:32


Tag 61 - Gib nicht auf - Schmerzen vergehen

Gib nicht auf - Schmerzen vergehen

Mal wieder ein Laufbericht. Ich laufe gerade den 100dersten Hügel hoch und wieder rutner. Heute hat sich wieder eine neue Blase dazu gesellt. Ich brauch dringend neue Schuhe! Am Schaft ist das Leder abgerissen. Die Sohle hängt am rechten Schuh am seidenen Faden und die Einlegesohle hat sich in Luft aufgelöst. Außerdem werde ich heute hungrig zu Bett gehen. Hier ist nichts außer Steppe. Alles ausgetrocknet. Wenigstens Wasser finde ich in ausreichender Menge. Ich glaube ich habe auf dieser Tour mein komplettes Körpergewicht in Form von Schweiß verloren. Hab noch ca. 135 km zur spanischen Grenze. Keine Ahnung wie ich das packen soll, aber irgendwie wird es gehen. Spruch des Tages: Gib nicht auf - Schmerzen vergehen.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-05 23:05:32


Zum Leserbrief im Neumarkter Tagblatt

An meinen neuen Fan der Bedenken geäußert hat das ich nicht am christlichen Weg bin. Natürlich nehme ich mir gerne Zeit den Leserbrief zu beantworten. Mein Gefühl ist das die Religionszugehörigkeit keine Rolle spielt. Aus einer engen Sichtweise auf seinen persönlichen Glauben wurden schon viele blutige Kriege geführt. Was könnte christlicher sein, als wenn ich wie Johannes der Täufer in der wüste stehe und rufe die Natur ist unsere Mutter. Ich greife niemanden an. Ich äußere keine Kritik. Ich bitte für eine Generation an Kindern die die Mutter Erde liebt. Was ist im übertragenen sinn christlicher als die Schöpfung Gottes zu wahren und zu beschützen. Ich lebe zurzeit wie ein freies Tier und spüre und erlebe es jeden Tag das Gott nicht in von Menschenerrichtenden Gebäuden lebt, sondern in jedem Geschöpf. Auch in mir und meinem Fan der in der Seele das gleiche möchte. Ich danke für die Aufmerksamkeit die er meiner Sache widmet und bitte darum das er seine Kraft auch in den Schöpfungsschutz besser gesagt in den Umweltschutz oder anders gesagt in den Menschenschutz investieren kann. Denn alles was wir im Universum erleben ist Schöpfung und somit Gotteswerk. Mein Traum meine Vision meine Berufung ist diesen Funken des Schutzes der göttlichen Schöpfung wieder in den Menschen zu entfachen um nicht aus dem ökologischen Gleichgewicht zu geraten um bald auf der roten Liste der geschützten Arten zu stehen. Ich nehme Hunger, Einsamkeit, Schmerzen gerne auf mich um durch die Kraft der Medien etwas zu bewegen. Ich fühle wir wollen dem gleichen danken. Nur der wortlaut ist anders. Worte können jedoch nie das ausdrücken was ein Herz voller Schöpfungsliebe ausdrücken kann und verändern kann. Nicht im Wollen liegt die Veränderung sondern im tun. Herzliche Grüße an meinen Seelenfreund der das gleiche im Herzen will. Zwei grundlegende Sachen möchte ich zum Leserbrief berichtigen. Franzosen sind wahnsinnig nett und herzlich. Bei jeder Gelegenheit fragen sie ob es einem gut geht. Wo man den Titel Wildnispädagogik erwerben kann? Wurde als Frage gestellt. An angesehenen Wildnisschulen und den Masterabschluß an der Gaja Universität. Was Herr Kerkeling geschrieben hat ist witzig und sehr tiefgreifend und ich Ehre sein Meisterwerk. Doch ich bin Heiko ein ganz eigenes Geschöpf Gottes. Was noch aufgegriffen wurde ist das Klauen von Früchten. Punkt eins ich Ernähre mich zu 90 Prozent aus der reinen Natur und was mir die Leute derzeit schenken an Geld und Essen. Feldfrüchte und Obst nehme ich nicht mehr oder weniger als andere Pilger. Ich nehme auf Grund meiner Gesundheit keine Todgespitzten Sachen aus der Landwirtschaft. Sondern frage nach Tomaten etc. aus Hausgärten oder nehme von Freiflächen wo Obst und Gemüse angebaut wird. Ich nehme nie mehr als zwei drei Früchte von der gleichen Pflanze um sie zu erhalten. Ich ehre das Pflanzenvolk und danke für die Gaben. Ich esse sogar Tiere die überfahren wurden weil sie auch die Ehre verdient haben. Wenn ich mich selbst darstellen möchte, hätte ich nicht diese Botschaft mit auf dem weg genommen. Ansonsten wäre ich nach Kanada, Alaska oder Schweden, wo man die Jagdlizenzen frei erwerben kann. Ich möchte ganz gezielt darauf hinweisen, dass wir durch die Konzerne nicht mehr frei leben können. Das würde an diesem punkt zu weit führen. Ich hoffe ich konnte alle offenen Fragen klären. Ein bisschen traurig bin ich über den Leserbrief. Warum urteilt man ohne den Menschen zu kennen? Das Resultat ist negativität, streit, krieg. Was mich traurig macht, ist: das alles auf meiner Homepage steht und genau erklärt ist warum und weshalb. Schnell zu urteilen ist leicht. Nachzulesen oder das persönliche Gespräch zu suchen ist mutig. 3200km zu gehen ist handeln und kein Urteil fällen. Warum haben wir es ab und an nötig ein Urteil zu fällen? Welche Angst treibt uns? Oder ist es unsere enge Sicht oder unser Ego? Ich weiß es nicht, auf jeden fall macht es mich traurig.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-06 13:08:21


Tag 63 - Was einen nicht umbringt macht einen härter

Was einen nicht umbringt macht einen härter

Mal wieder ein Laufbericht. Nach einem 18stündigen Gewitter hat sich doch wieder die Sonne zurück gemeldet. War das eine Nacht. Ständig geblitzt werden in der Nacht ist komisch. Konnte trotzdem beruhigt schlafen, weil die Kühe auf der Weide auch entspannt waren und wenn die es sind kann ich es auch. Gestern habe ich noch sieben Blasen geöffnet und etwas Druck abgelassen. Meine entzündete Achillissehne schmerzt wie die Hölle. Brauch neue Schuhe aber auf dem Weg ist nichts. Hab am Sonntagsmarkt meinen Hut aufgestellt und um Spenden für Schuhe gebeten. Der Erfolg in Form von Geld war da, nur der Schuhladen fehlt noch. Auch zuhause türmen sich die Rechnungen. Die Wohnung, das Auto und die Versicherungen wollen ja gezahlt werden. Mein Motto des Tages: Was einen nicht umbringt macht einen härter. Habe circa noch 80km zur spanischen Grenze. Ich komme und wenn ich auf dem Bauch robbe um die Füße zu entspannen.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-07 19:07:21


Tag 64 - Was für eine Nacht

Was für eine Nacht

Was für eine Nacht! Ich hatte schon im Gefühl, das ein Unwetter naht. Aber das was an diesem Abend kam übertraf sogar das Schreckensgewitter in Neuseeland. Innerhalb von wenigen Augenblicken fegte ein Sturm über das dämrige Hügelland, das es mein Tarp mit einem Hauch zu Boden drückte und ich befürchten musste, dass es der Sturm und das Gewitter in 1000teile zerreißt. So viel zum Thema ich bin ein normaler Pilger. Lach. Ich raus aus meinem Schlafsack wie von der Terantel gestochen. Hab mir als erstes die Klamotten vom Leib gerissen und in den Rucksack gesteckt das sie trocken bleiben und dann ab eine Schutzunterkunft finden. In rund 400meter fand ich eine kleine Höhle. Da dachte ich mir das wird deine Notunterkunft. Also zurück so schnell es geht und retten was zu retten ist. Alles und ich betone alles war getränkt von Wasser. Zuerst brachte ich meine Kamera und meinen Rucksack mit den Schlafsachen in Sicherheit. Dann versuchte ich unter den tobenden Windmassen das Tarp zu retten, was noch von einem einzigen Häring gehalten wurde. Nach zwanzig Minuten war ich in meiner neuen Bleibe. Was für ein Erlebnis. Das passiert einem nur, wenn man sich nicht von der Natur abschneidet und in der Herberge schläft. Die Blitze waren einfach nur fantastisch und zur späten Stunde gesellte sich noch eine Fledermaus zu mir und hang sich an meinen zum trocknen aufgehangen Pulli fest. Ich liebe die Mächtigkeit der Natur. Dagegen sind wir machtlos. Spruch des Tages: Jedes Gewitter reinigt auch. Ich habe bei der Reinigung zwei Packsäcke verloren. Wieder weniger Ballast. Km bis nach Spanien 45

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-08 22:52:21


Tag 65 - Es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels

Es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels

Was für ein Tag - Regen ohne Ende. Erst wurde ich in der Nacht von einem ordentlichen Gewitter geweckt und dann noch der Dauerregen unterm Tag echt ordentlich. Stand der Dinge ich habe kein trocknes Kleidungsteil mehr. Meine Schlafsachen sind klamm und die stimmung am Höhepunkt. Heute habe ich auch erst im dunkeln einen guten Platz zum Schlafen gefunden. Abgehackt. Morgen geht es wieder mit frischem Elan ans Werk ich komme morgen nach Spanien. Die erste Hürde wird genommen. Spruch des Tages: Gib nicht auf. Es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels.

Pressebericht

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-09 23:13:29


Tag 66 - Gib nie auf

Gib nie auf

Was für ein Tag. Heute bin ich auf den Pyrenäenkam angekommen. Der Herrgott meinte es gut mit mir und ich durfte Gänsegeier beim fliegen und fressen betrachten. Was für ein Naturschauspiel. Für diesen Moment bin ich besonders dankbar. Ab dem heutigen Tag beginnt die Pilgerautobahn. Ich hätte es nie für möglich gehalten, wieviele Personen ab Spanien pilgern. Eine schöne Mischung aus vielen Nationalitäten. Multi kulti eben. Freu mich aber trotzdem auf meine einsamen Nächte abseitz des Weges. Die Nächte sind im Gebirge zu kalt für mein Material und ich friere wie ein nasser Hund. Mit meinen neuen Schuhen habe ich andere Schmerzen und ich bin guter Dinge, das ich noch ein Stück des Weges schaffe oder besser gesagt ich schaffe es ans Ende der Welt. Spruch des Tages: Gib nie auf.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-10 21:14:44


Tag 67 - Multikultureller Weg

Multikultureller Weg

Die Nacht im Gebirge hatte es wirklich in sich. Bei circa vier Grad mit Wind war es nur schwer möglich mit meinem kleinen Schlafsack einzuschlafen. Es ist wirklich faszinierend, wieviele unterschiedliche Nationalitäten auf dem Jakobsweg unterwegs sind. Meine Füße heilen langsam wieder und die offenen Stellen schwinden. Mein neues Schuhwerk leistet gute Dienste. Leider sind meine Laufstrecken etwas geringer wie vorher. Ab Nachmittag ist der Hauptpilgerstrom durch und ich kann wieder in meiner Stille durch die Natur laufen und der Schöpfung lauschen. Die sternenklare Nacht ist jeden Tag aufs neue faszinierend und ich kann mich garnicht satt sehen. Spruch des Tages: Jetzt ist der einsame Weg ein multikultureller Weg geworden.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-11 19:56:03


Tag 68 - Noch 727 km bis zur Kathedrale

Noch 727 km bis zur Kathedrale

Heute hatte ich das Vergnügen die Stadt Pamplona kennenzulernen. Bis jetzt bin ich vom spanischen Weg noch nicht begeistert. Zu viel Teerstraße und wenig Naturwege. Aber ich bin guter Dinge das Spanien sich noch von seiner schönen Seite zeigt. Derzeit mangelt es mich wirklich an nichts. Ich bekomme gut Schlaf und habe genügend zu Essen. Wenn alles gut geht kann ich doch noch Phase 3 bestreiten und nur mit meinen Klamotten bewaffnet vier oder fünf Nächte im Freien zu verbringen, eben mit nichts, nur das was mir die Natur zum Leben gibt. Ein großer Teil meines Herzens freut sich auf diese Phase. Doch ein kleiner Teil ist noch skeptisch ob er alles in der Natur findet in einem fremden Land um jeden Tag einen gute Notbehausung zu bauen. Spruch des Tages: das Vertrauen in die Schöpfung kommt nur im handeln. Noch 727 km bis zur Kathedrale.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-12 21:19:42


Tag 69 - Der nächste Tag könnte wieder sonnig sein

Der nächste Tag könnte wieder sonnig sein

Heute haben mich die neuen Siebenmeilenstiefel gut 35km getragen. Der Wind hätte heute Abend fast mein Tarp vom Erdboden weggerissen. Man spürt den herbstlichen Wind. Da meine Plane nur bedingt den Wind abhält habe ich heute Nacht trotz meiner Zwiebeltaktik ziemlich stark gefroren. Schicht um Schicht habe ich meine ganzen Klamotten übergestreift. Dabei habe ich die trocknen Klamotten als erstes angezogen und die feuchten als Windbarriere. Obwohl ich die ganze Nacht leicht friere kann ich trotzdem gut schlafen und liege nur wenige Stunden wach im Schlafsack. Meine Füße sehen teilweise echt schlimm aus, obwohl die Blasen fast abgeheilt sind. Heute hat mich der Weg auf einen schönen Aussichtsberg geführt, wo ich den stürmischen Wind so richtig spüren konnte. Als Gegenhighlight gab es dann einen Trail direkt an der Autobahn. Spruch des Tages: Gib niemals auf. Der nächste Tag könnte wieder sonnig sein.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-13 19:37:32


Tag 70 - Geteiltes Fußleid ist halbes Leid

Geteiltes Fußleid ist halbes Leid

Vor circa vier Tagen hab ich meine Pilgerbekanntschaft aus Deutschland wieder getroffen. Ich stand gerade mit nacktem Oberkörper vorm Zelt und putzte mir die Zähne. Was für eine Fügung dachte ich der einzigste Seelenhumorpartner läuft mir wieder über den Fuß. Klasse. Andreas ist von Bamberg mit einem alten klapprigen Herrenrad gestartet und hat den unzahmen Drahtesel bis mitte Frankreich geritten. Was für eine Außergewöhnliche Leistung mit einem alten Aldirucksack bewaffnet und einer nicht mehr ganz so modernen Fahrradfrontgabeltasche mit Leuchtstreifen will dieser junge verrückte Grundschullehramtstudent bis ans Ende der Welt gelangen. Es war das beste was uns beiden passieren konnte, denn an diesem Tag regnete es Bindfäden und da kann man jede moralische Unterstüzung gebrauchen. Seitdem sind wir ein umschlagbares Team. Andreas schläft in der Herberge und lädt meine Akkus und spielt meinen Zeltweckdienst am wegesrand. An der spanischen Grenze haben wir durch unsere lautes Gelache eine Ulmerin aufgescheucht die uns ebenfalls zwei Tage die Ehre beim Laufen gab. In Spanien ist vielleicht die Pilgerroute nicht mehr so schön aber der Menschenstrom spült auch nette Menschen an. Spruch des Tages: Geteiltes Fußleid ist halbes Leid. Km-stand bis ans Ende der Welt: 750km

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-14 22:07:12


Tag 71 - Nur der Wille etwas zu bewegen treibt mich an

Nur der Wille etwas zu bewegen treibt mich an

Man soll den Morgen nicht vor dem Abend loben. Heute habe ich noch gesagt endlich Blasenfrei. Ein guter Traum jetzt habe ich unter der Fußsohle auf beiden Füßen blutige offene Zehenzwischenräume. Ich spüre wirklich jeden Kilometer auf meiner Körperuhr. Heute war ich zuerst Besucher vom Stiertreiben durch die Stadt und nach kurzer Zeit war ich mit meinem Rangerhut herzlich eingeladen und bei Tierbegegnungen der besonderen Art sage ich nie nein. Was mir sehr gut gefallen hat, das jeder Stier nur einmal die Strecke gelaufen ist und die Strecke für den Stieß nur 300meter waren. Man kann hier wirklich nicht von Qual sprechen. Wenn der Stier um seine Sexualstellung kämpft, dürfte das mehr Streß für das Tier bedeuten. Es ist immer gut sich ein eigenes Bild zu machen. Wobei ich nach wie vor ein Verfechter der Stierkämpfe bin, wo das Tier keine Chance hat. Bei dieser Art der Tierbegegnung hat der Stier alle Trümpfe in der Hand und kann nur als Gewinner enden. Heute wurde ich außerdem von einem spanischen Pfarrer geherzt und mir wurde Mut zu gesprochen das auch die ungewöhnlichsten Wege ein glückliches Ende haben. Spruch des Tages: Nur der Wille etwas zu bewegen treibt mich an. Ich bin vielleicht unkonventionel, aber wahrscheinlich kann man nur so aufsehen für die Sache erhalten. Km-stand 710km bis ans Ende der Welt.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-15 23:58:01


Tag 72 - Die Schönheit entsteht im Herzen

die Schönheit entsteht im Herzen

Ich bin wirklich vom spanischen Jakobsweg enttäuscht. Heute führte uns der Weg ohne direkte Unterbrechung an der Autobahn entlang. Die einzige Abwechslung baten Gerüche der besonderen unangenehmen Form von privaten Müllhalden. Wie man beim Autolärm in den Meditativengang eines Pilgers eintauchen will ist fraglich. Auch die Pilgerwege an sich selbst gleichen einer Autobahn und keinem Wanderweg. Auch meine alten Freunde die Blasen sind wieder da. Als ich gestern den Schuh ausgezogen habe kam mir erstmal ein Schwal Blut entgegen. Spruch des Tages: die Schönheit entsteht im Herzen.

Pressebericht

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-16 19:23:43


Tag 73 - Du bestimmst wo Ruhe und Harmonie herrscht

Du bestimmst wo Ruhe und Harmonie herrscht

Natürlich ist man ein Meister der Meditation, wenn man auf der Autobahn meditieren kann und es ist wichtig am Pilgerweg meditativ zu gehen. Muss aber deswegen der Weg gleich für gefühlte 100km direkt an der Autobahn vorbei gehen? Seit ich in Spanien angekommen bin, bin ich nicht mehr so ein überzeugter Pilger, wie in Frankreich, Schweiz und Deutschland. Wenn es der Sinn des Pilgerns ist die meiste Strecke mit dem Bus zu fahren oder täglich Alkohol zu trinken und maßlos zu essen, dann bin ich in Spanien auf dem Fernwanderweg bis ans Ende der Welt, um der Schöpfung nahe zu sein. So ist der tägliche Gang ins Kaffee und das Abendessen der Rettungsanker, um ein Highlight zu schaffen, um nicht die Monotonie zu fühlen, die so wichtig ist um die innere Stimme zu hören. Teilweise fühle ich mich wie auf einer anderen Pilgerschaft. Ich gehe später am Vormittag los um dem Pilgerstrom zu entgehen. Den nach einigen Tagen habe ich keine Lust mehr auf oberflächlichen Smalltalk der ohne Herz geführt wird und für mich eher einem Hilfeschrei gleicht, weil man sich einsam fühlt. Diese Gespräche führe ich bewußt nicht, um in meiner Meditation des Medizingangs zu bleiben. Auch die Reiseführer verharmlosen die Streckenführung des Jakobusweges neben der Autobahn. Irgendwie ist ab der spanischen Grenze nur noch Tourismus und Geldverdienen zu spuren. Natürlich gibt es Lichtblicke, aber heute ist Dauerregen und da ist Tiefdruck der Gefühle ganz normal. Trotzdem trage ich die Hoffnung in mir, das mir dieser Abschnitt hilft meine Ruhe in der Hektik des Alltags zu finden und bin dankbar, dass der Weg ist wie er ist und ich lernen darf in allen Lebenslagen ruhe zu finden. Spruch des Tages: Du bestimmst wo Ruhe und Harmonie herrscht.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-17 11:28:32


Tag 74 - für blutende Füße machbar

für blutende Füße machbar

Heute hatte ich den ganzen Tag das Gefühl, das die Welt untergehen will. Ständig kamen schwarzen Wolken und trotzdem kam kein Regen. Endlich konnte ich meine Schlafsachen wieder trocknen. Das wird eine gute Nacht. Jeden Tag treffe ich neue nette Leute auf dem Camino. Es ist schon wirklich ein multi kultureller Weg. Meine Füße bluten noch immer aber ich bin guter Dinge das ich den Weg doch noch beenden kann. Mein Wille ist ungebrochen. Jeden Tag trifft man einen Menschen auf dem Camino der einem auf eine besondere Art hilft den Weg zu schaffen. Heute war mein Engel eine Frau die mir eine Wundertinktur für meine Füße gab. Ich bin guter Hoffnung und glaube an Besserung. Spruch des Tages: Man zieht immer die Menschen in sein Leben die einem helfen wollen sich selbst zu erkennen. Km-stand: für blutende Füße machbar

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-18 23:59:59


Tag 75 - Ins fließen kommen

Ins fließen kommen

Heute durfte ich die wohl kälteste Nacht bis jetzt erleben. Bei 3 Grad Außentemperatur und Wind ist man in einem Schlafsack wo man nur bis 10 Grad in der Embrionalhaltung gut aufgehoben. Auch der Wind kühlt noch kräftig nach da ich ja nur eine Stoffplane von zwei Meter auf drei besitze. Wenn dann noch der Schlafsack durch das Kondenswasser feucht wird, steht man um 6 Uhr auf und läuft sich warm. Ich finde nichts motiviert besser, um auf den Weg zu finden. Zur Zeit schmerzen meine Füße wie die Hölle, aber ich bin guter Dinge denn andere Pilger hat es noch schwerer getroffen. Sie laufen nur noch unter Schmerztabletten. Das ist jedoch nicht mein Ziel, Schmerz ist ok und gehört ein Stückweit dazu, aber ich will nicht gegen den Weg kämpfen. Spruch des Tages: Ins fließen kommen.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-19 23:57:26


Tag 76 - Der Naturmensch hört die Natur

Der Naturmensch hört die Natur

Was für ein Tag. Heute bin ich mit einer Internationalen Gruppe gelaufen. Korea, Vietnam, China, Frankreich und Deutschland. Was für ein lustiger Haufen. Wenn ich nicht so viele nette Menschen treffen würde, würde mir der Weg wirklich schwer fallen. Der Weg führte uns die ersten 10km durch Landwirtschaftliches Gebiet mit Magerflächen auf der Anhöhe. Danach ging es steil Berg ab 10km Industriegebiet, dann 15km Stadt und endlich mein Schlafplatz. Zur Zeit bin ich vom spanischen Pilgerweg schwerstenst enttäuscht. Viel zu wenig Natur, zu viele Wege an Hauptstraßen oder Autobahnen und zu viele schlechte Gerüche von angesammelten Müllhalden. Ich bin keine 2500km gelaufen um im Großstadtverkehr unterzugehen. Es ist fast unmöglich die Großstädte zu durchqueren, um einen Schlafplatz im freien zu haben. Meine Füße sind von den Asphaltpisten gezeichnet. Heute konnte ich eine Babyviper beobachten und filmen. Gestern habe ich sogar das Alttier im Kanalrohr verschwinden sehen dürfen. Spruch des Tages: Auch in der Großstadt ist noch freie Natur vorhanden. Wenn man im Lärm das leiseste Geräusch höhren kann, kann man auch die Grille am Straßenrand zirpen hören. Der Naturmensch hört die Natur, der Stressmensch den Lärm der Hektik.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-20 23:48:32


Tag 77 - Noch 475 km bis Compostela

Noch 475 km bis Compostela

Die Nacht war einzigartig nass. Mein Schlafsack war so nass, das ich mich fast im Schlafsack waschen konnte. Was nach 20 Tagen nicht das schlechteste wäre. Die Gewässerqualität in Spanien ist so schlecht, das einen der Sprung in den kühlen Gammelsee nicht mehr reizt. Die Laufstrecke war landschaftlich für meine Augen ansprechend. Zwar überspringen viele Pilger diese eintönige Laufstrecke mit einer eingeplanten 200km Busfahrt, aber mir persönlich gefällt die Monotonie der flachen Ebene der Weizenanbaugebiete. Natürlich wäre statt 200km landwirtschaftlicher genutzter Getreidefläche auch ursprüngliche oder besser gesagt gesunde Natur schön aber in Spanien ist das nach der langen Straßennähe endlich Ruhe und Einsamkeit. Was mir die letzten Tage auffällt, das einige pilger schon in der früh einiges an Alkohol zu sich nehmen und abends regelrechte Partystimmung ist. Ist innere Einkehr wirklich eine Party mit Suchtstoffen? Ist Pilgern zu einem Partyurlaub mutiert? Ich weiß es nicht. Ich sehe nur die unterschiedlichsten Arten. Richtig ist immer das was man gerade als persönliche Wahrheit betrachtet. So pilgere ich mit Humor und viel lachen in der Natur unserer Schöpfungsgeschichte. Und andere auf ihre Art um neue Kraft zu tanken. Spruch des Tages: Nur wer die persönliche Wahrheit anerkennen kann, kann im Frieden leben. Noch 475 km bis Compostela

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-21 22:32:23


Tag 78 - Bin ich wirklich ein Teil der Natur?

Bin ich wirklich ein Teil der Natur?

Eine perfekte Nacht liegt hinter mir ich hatte einen Schlafplatz mit einem gigantisch Blick auf den fast vollen Mond und konnte die weite Ebene der eintönigen Landschaft betrachten. Heute führt mich der Weg durch grenzenlose weiten. Weite und Flachheit bestimmt das Landschaftsbild. Für einen normalen Mitteleuropäer ist diese leere Landschaft schier grenzenlos und man ersehnt sich im Herzen Bäume und leichte Hügel. Durch die Monotonie erscheint einen der Weg bedeutend länger und man glaubt nicht mehr das Tagesziel zu erreichen. Ein Teil meines Herzens freut sich auf Phase drei und der andere Teil hat Angst es nicht zu schaffen. Ich will die letzten Kilometer nur mit Feuerstahl und Messer bewältigen und natürlich mit dem was ich an Klamotten am Leib trage. Leider sind die Nächte recht frostig und liegen meistens zwischen 3 und 12grad Celsius. Da hier nur wenig Vegetation herrscht, wird es noch härter oder fast unmöglich als ich dachte. Hier ist meine ganze Kreativität gefragt und ich werde mich fühlen als wäre ich in der Steppe ausgesetzt worden. Hier zeigt sich ob man nach 3000km Wegstrecke noch fit genug ist um sich aus einer künstlichen Gefahrenzone zu befreien. Hier stellt sich heraus, ob einem alle Fertigkeiten leicht von der Hand gehen, da man nur noch begrenzt Kraft zur Verfügung hat. An diesem Punkt werde ich erfahren ob ich wirklich einheimisch in der Natur bin und ob ich nur wildes wissen besitze oder ob ich mich zum Naturmenschen gewandelt habe. Zurück zum Ursprung des menschlichen seins. Ich möchte in diesen Tagen ein Teil der Natur sein und nicht nur ein Besucher. Spruch des Tages: Bin ich wirklich ein Teil der Natur?

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-22 23:12:23


Tag 79 - Du entscheidest zu jedem Augenblick was wertvoll für dich ist

Du entscheidest zu jedem Augenblick was wertvoll f

Ich kann Leon schon im Augenwinkel sehen. Die Kilometer schmelzen. Langsam aber sicher habe ich das Gefühl das ich meinem Ziel näher komme. Mein Wille treibt mich an das Ziel zu erreichen. Immer öfter höre ich in Gesprächen, dass meine mit Pilger nicht zur Ruhe finden, weil sie von einer Herberge zur nächsten hetzen müssen und sich fast schon so fühlen wie im Sommerhotel, wo man mit Badehandtücher den Liegestuhl schon um sechs Uhr morgens besetzt. Ein Schweizerpilger meinte sogar, dass das herbergsleben zum größten Teil aus essen und alkoholtrinken besteht. Was ich feststellen konnte, dass nur in Spanien diese Volksfeststimmung ist. Hier sieht man schon einige mit Pilger am morgen in der Bar verschwinden, um sich mit Bier und Wein zu erfrischen. Auch Schmerztabletten werden von einigen in rauen Mengen konsumiert. Ist das wirklich der Sinn einer geistigen Findung? Kann ich erwarten, dass ich mein Selbst selbst spüre, wenn ich laut und unbewusst bin? Wie kann man erwarten, dass man auf einem weg mit wenig Ruhe die Erleuchtung finden kann? Deutschland, Schweiz und Frankreich war der jakobsweg perfekt um sich zu finden und Ruhe ins Leben einkehren zulassen. Spanien bietet hingegen viele Gesprächspartner mit denen man Lebensfragen erörtern kann. Ich für mich finde die Ruhe in der Natur, wenn alle Pilger in den Herbergen eingeschlossen sind und genieße die Abendstimmung und freue mich über die internationalen Gesprächspartner. Spruch des Tages: Du entscheidest zu jedem Augenblick was wertvoll für dich ist.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-23 23:59:21


Tag 80 - Ein Wettrennen ist keinie Seelenmeditation

Ein Wettrennen ist keine Seelenmeditation

Meine Mitpilger haben schon sorgen, wenn ich meine Socken ausziehe und sich 10 bis 15 Fliegen auf meine offenen Fußwunden setzen. Meistens kommt die Frage auf: Legen die keine Eier in die Wunde? Meine Antwort leicht sarkastisch formuliert: Ja, können sie, aber die Maden sind essbar und helfen bei der Wundheilung. In Wirklichkeit habe ich keine Bedenken, wegen meinen immer hungrigen Fliegenfreunden. Irgendwie habe ich mir Spanien viel wärmer vorgestellt. Aber ich nehme es ja eh wie es kommt. Je weniger die Kilometer nach Compostela werden, umso stärker wächst der Pilgerstrom an. Auch die innere Scham der Pilger nimmt ab. Das Naturklo wird besucht wo man steht und geht. Gesungen wird in allen noch so schiefen Tonlagen und man spricht aus Einsamkeit jeden an den man findet. Gestern hat mir ein älterer Mann bestätigt, du bist schon wirklich ganz anders auf dem Weg der Pilgerschaft. Ich für meinen teil bin immer noch auf meinem Medizingang zu den tiefen meiner Seele. Spruch des Tages: Ein Wettrennen ist keine Seelenmeditation.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-24 19:25:29


Tag 81 - Heute beginnt der Kampf gegen die Umweltverschmutzung in Spanien

Heute beginnt der Kampf gegen die Umweltverschmutz

Was du eine Nacht. Bei 3 Grad mindestens 10mal aus dem Schlafsack zu müssen, wenn man sich eh schon schrecklich fühlt, ist ein Erlebnis der besonderen Art. In meinem Pilgerführer war natürlich nicht erwähnt das kurz vor Leon das Wasser aus den Trinkwassersäulen verseucht ist. Auch die netten Einheimischen versicherten trinkbar. So beging die Nacht mit heftigen Magen- und Darmkrämpfen, Durchfall und Elends vielen brechpausen. Ständig heftiger Schüttelfrost hat mich nicht abgehalten zu schlafen. Ich war einfach zu erschöpft. Bei einer Unterhose durchfall ist klasse. Da darf man so richtig vorsichtig sein. Am Morgen war die erste Amtshandlung Klo und dann ab zur ersten Apotheke. Den hier vor Leon ist absolute Steppe und ich kann einfach keine Heilkräuter finden. An der Apotheke erwarteten mich eine Einkaufsschlange, die alle das gleiche Problem hatten, wenn nicht noch heftiger. Auch meine Mitpilgerfreunde hat es volle Breitseite erwischt. Der Apotheker war keineswegs erstaunt über den Andrang. Warum sollte man auch Leute warnen. Spanien ist wirklich von der Gewässertypklasse ganz weit unten und wo sie stehen und gehen fliegt der Müll in die Straßengräben. Auch die Landwirtschaft verseucht das Wasser zusätzlich. Spruch des Tages: Heute beginnt der Kampf gegen die Umweltverschmutzung in Spanien. Ich bin traurig und enttäuscht über so viel sinnlose Zerstörung des eigenen Lebensraums.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-25 13:26:38


Tag 82- Unbekanntes macht einem meistens Angst

Unbekanntes macht einem meistens Angst

Ein Tag voller Freude und Trauer. Da ich demnächst mit Phase drei starten will und ich meinen Laufzyklus verlagern muss. Feiere ich heute mit meinen mit Pilgern Abschied. Freude kommt auf, weil ich morgen wieder meine Freundin Raphaela treffe und wir gemeinsam den Einzug in Compostela erleben wollen. Auch meine Eltern besuchen mich und wollen ein Teil des Weges erleben. Nach 15 Stunden schlaf fühle ich mich schon wieder um Längen gesünder. Mein Magen hat sich nach zwei Tagen Zwangsesspause wieder fast vollständig erholt. Ich hoffe das ich ab morgen wieder meine volle Kraft besitze. Da hier nur Steppe ist habe ich echt Bedenken, wie ich mir in dieser kargen Landschaft eine Schutzbehausung zum schlafen errichten kann. Spruch des Tages: Unbekanntes macht einem meistens Angst. Trotzdem liebe ich die Herausforderung.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-26 21:37:22


Tag 83 - Nur im tun liegt die Lebenserfahrung

Nur im tun liegt die Lebenserfahrung

Gerade genieße ich mit Raphaela den Sonnenuntergang mit dem Tanz der Mücken. Ab heute beginnt der Endspurt nach Compostela. Seit Leon sind noch mehr Pilger auf dem Pilgerhighway. Auch heute führte uns der Heilige Weg direkt an der Hauptstraße entlang. Trotzdem bin ich voller Hoffnung das im grünen Galicien alles anders wird und ich endlich wieder Natur erleben darf. Durch einen Einheimischen habe ich erfahren das die letzten drei Nächte kälter als zwei grad waren. Heute Nacht hatten wir sogar minus ein Grad. Langsam aber sicher komme ich in den absoluten Gefahrenbereich meines Schlafsackes. Leider hab ich nur noch diese Nacht einen Schlafsack und dann fällt die Entscheidung ob ich ohne Ausrüstung weiter gehen will. Nur ich bestimme wie viele km ich ohne Ausrüstung zurücklegen möchte. Spruch des Tages: Nur im tun liegt die Lebenserfahrung.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-27 20:24:33


Tag 84 - Es ist eine Kunst mit dem zufrieden zu sein was man hat

Es ist eine Kunst mit dem zufrieden zu sein was ma

Endlich gabs mal wieder Sonne satt. Auch der Weg führte endlich von der Hauptstraße weg und wir konnten die Abgeschiedenheit der Landschaft genießen. Ein Prunkbau verfolgt den anderen. Wie viele Arbeitsstunden und Menschenleben müssen in so einem Bauwerk stecken. Brauchen wir wirklich solche Gebäude um glauben zu können? Hier beginnt meine Denkmühle zu rotieren. Was ist glaube? Ist glaube vom Geld abhängig? Usw. Frankreichs Kirchen waren oft schlicht und einfach. Die Kathedralen in Spanien glänzen vor Gold und Reichtum. Doch war mir die Ruhe im einfachen Steinhaus in Frankreich lieber als das Goldgloria in der Kathedrale. Die Einfachheit macht das Leben einfach und voller Frieden und nicht der Drang nach mehr und noch mehr. Spruch des Tages: Es ist eine Kunst mit dem zufrieden zu sein was man hat. Morgen geht es wieder in die Berge. Wir freuen uns.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-28 23:59:01


Tag 85 - Jede Veränderung beginnt mit dem ersten Schritt

Jede Veränderung beginnt mit dem ersten Schritt

Heute schlafen wir auf 1400 Höhenmeter und der Wind pfeift über den Berghang. Heute habe ich den ersten Notschlafplatz gefunden. Ein frisch gemähter Strohhaufen wird meinen Schlafsack ersetzen. Nach einer mir ewig erscheinenden Zeit der absoluten Ebene freue ich mich mit Raphaela endlich wieder schöne Bergpanoramen betrachten zu dürfen. Auch durch die größte Siedlung mit einem Einwohner sind wir heute durchgelaufen. Mein Highlight des Tages war, meinen mitgetragenen Stein auf dem Berg der Seelensteine abzulegen. Es ist schon ein besonderer Moment seinen Seelenwunsch in Form eines Tigeraugensteins zu anderen 1000den von wunschsteinen zu legen. Ich bin guter Hoffnung, dass sich die Kraft zentralisiert und die Wünsche in Erfüllung gehen. Mein Wunsch war, wie nicht anders zu erwarten, dass alle Kinder der Welt die Möglichkeit haben mit wildem Wissen aufzuwachsen. Mein Seelenwunsch ist es das wahres Naturverständnis in der Schule unterrichtet wird, so dass Umweltschutz eine Selbstverständlichkeit wird. Spruch des Tages: jede Veränderung beginnt mit dem ersten Schritt. Also animiert alle bekannten zum abstimmen auf meiner Homepage.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-29 23:12:11


Tag 86 - Ich will pilger der Natur sein

Ich will pilger der Natur sein

Heute war ein grandioser Tag wir sind im absoluten Nebel über die Bergkämme im Nieselregen geschlichen. Nach einer Stunde ist dann endlich wieder die Sonne zurück gelehrt und wir konnten das Bergpanorama genießen. Leider sahen wir dann auch das zerfurchte Land. Heute schlafen wir bei einem gigantischen ausblick ins Tal auf einem Bergkamm. Wir sind leicht vom weg abgewichen da keiner mehr Lust hat nur ständig an der Autobahn und an der Schnellstraße auf einem asphaltierten Wanderweg zu laufen, der durch Betonverschalung geschützt ist. Heute will ich in einem Plastiksack gefühlt mit Laub und gras schlafen. Mal sehen wie kalt die Nacht heute wird. Vielleicht steht Regen an. Spruch des Tages: Natur ist kein Asphalt. Ich will pilger der Natur sein und nicht der Straßenpilger.

Pressebericht

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Zuletzt aktualisiert am 2010-09-30 23:12:34


Tag 87 - Als Pilger bist du fast immer herzlich willkommen

Als Pilger bist du fast immer herzlich wi

Nach einer grassen Nacht im Biwaksack sind wir in einen ereignisvollen Tag gestartet. Unsere Wege führten stetig Berg an. Wir durften dabei 800 Höhenmeter einfach überwinden. Wir haben unseren eigenen Rekord gebrochen mit 43km. Wir konnten kaum unseren Augen glauben, als wir einen Bauern am zu steilen Berghang sahen, der rückwärts den Hang mit seinem Traktor hinab bremste. Wir hatten ständig das Gefühl er müsste sich sofort überschlagen. Doch der unerschrockene spanische Bauer mähte fröhlich weiter. An den Plakaten konnten wir erkennen, dass das Oktoberfest auch in Spanien angezapft wurde. Endlich nach gut 500km spanischen jakobsweg kamen wir durch ein ansehnliches Dorf, dass nicht vermüllt war und die Steinhäuser noch alle vier Wände besaßen. Auch mit Einheimischen hatten wir Kontakt, nachdem wir ein Kochfeuer angezündet haben. Der Landwirt wollte genau wissen was wir auf seiner wiese machen und hat uns besucht. Nach einigen Worten und heftigen Gestiken war klar wir sind willkommen und ihn hat die Neugierde gepackt. Von unserem Grillgut der Kleinsäuger wollte er jedoch nichts. Spruch des Tages: Als Pilger bist du fast immer herzlich willkommen und wenn du noch so verrückt bist. Ein still schweigendes Gesetz der Pilgernation ist wohl, dass Pilger immer willkommen sind und seien sie noch so skuriel.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-10-01 23:41:21


Tag 88 - Umweltschutz ist kein Zuschauersport

Umweltschutz ist kein Zuschauersport

Nach einer halberholsamen Nacht machten wir uns auf den Weg ins Tal. Die Nacht war eiskalt und wir hatten Mühe uns warm zu halten. Nach stundenlangen berg ab kam endlich die Sonne mit ihrer ganzen Kraft durch und wir konnten uns wieder erwärmen. Ein galicischer Bauer hat uns heute bewiesen wie naturverbunden ein Teil der Spanier ist. Ohne jeden Grund trat er mit voller Wucht auf ein liegendes Pferd ein. Nicht das es schon reicht, dass Spanier ihren Müll überall in der Landschaft abladen, sie sind auch noch meisterlich im anketten von Hunden und anderen Großsäugern. So sah ich einen Esel angekettet der nach seiner Hufform noch nie bewegt wurde. Auch ein Pferd das in einer Müllhalde sein dasein fristete fand mein Mitgefühl. Seit ich in Spanien bin spüre ich eine Form von Trauer, wie kann man nur seine Mutter die Erde mit Füßen treten, wenn man doch alles zum Leben von ihr erhält? Spruch des Tages: Umweltschutz ist kein Zuschauersport. Km-stand 130 bis Compostela 225 bis ans Ende der Welt.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-10-02 20:44:23


Tag 89 - Nur Pilger und verrückte laufen bei einem Jahrhundertunwetter um die Wette

Nur Pilger und verrückte laufen bei einem Jahrhund

In ganz Galicien ist die Sintflut ausgebrochen. Bei einer Niederschlagsmenge von 80 Liter pro Quadratmeter macht das Pilgern besonders viel spaß, wenn einen der stürmische Wind den regen ins Gesicht peitscht. Ein Schlauchboot wäre heute das bessere Fortbewegungsmittel für den Pilgerweg gewesen. Wir mussten teilweise durch 30cm tiefes Wasser pilgern. Nach wenigen Minuten waren wir bis zur Unterhose durchnässt. Ständig durchfuhr uns ein leichter schauer von Kälte. Unsere Füße und Hände sahen nach wenigen Stunden aus wie die von Wasserleichen. Meine Hornhäute und eingetrockneten Blasen schwollen auf und zeigten sich von ihrer schönsten Seite. Heute haben wir in einem alten Heulagerplatz Unterschlupf gefunden. Spruch des Tages: Nur Pilger und verrückte laufen bei einem Jahrhundertunwetter um die Wette. Noch 90km bis Compostela. Ich habe die härteste Freundin aller Zeiten. Niemand wirft mit so viel Wut seinen zerrissenen Regenponcho auf den nassen Boden. Der zwei Euro Plastiklappen war nicht mal den Münzgeldbetrag wert. Nur die gelbe Signalfarbe hätte uns bei einer Überflutung retten können. Kein Mensch würde unter diesen Bedingungen noch mit einer fröhlichen Laune an meiner Seite mitpilgern. Raphaela ist die beste Freundin und Kamerafrau der Welt. Gestern hat sich Raphaela offiziell zur Pilgerschaft bekannt. Ein sehr streng wirkender Pfarrer der meinen Pass abstempelte wollte eindringlich wissen, warum meine polnische Freundin keinen pilgerpass hat. Raphaela wird zur Zeit öfters für eine Ostdame gehalten und war sofort entsetzt. Als Wiedergutmachung erhielt sie einen kostenlosen pilgerpass.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-10-03 23:02:12


Tag 90 - Es ist gut wenn man einen echten Partner hat

Es ist gut wenn man einen echten Partner hat

Nach der Sintflut kam normales Pilgerwetter zurück. Nach einer harten und kalten Laufnacht haben wir uns in den Morgenstunden erst von der warmen Morgensonne verwöhnen lassen. Obwohl wir von der Nacht geschwächt waren, konnten wir gut Strecke machen. Je näher wir nach Compostela kommen, desto größer wird der Pilgerstrom. Wenn das so weiter geht müssen wir bald wirklich auf der Autobahn laufen. Es ist kaum vorstellbar, wie viele Menschen die letzten 100km laufen. Heute habe ich mir in einem kleinen Waldgebiet ein Schrägdach mit Laub als Dichtungsmaterial errichtet. Das Feuer wärmt mich und die Esskastanien schmecken köstlich. Ich hoffe die Nacht wird nicht zu kalt. Meine Kamerafrau, die zugleich meine Freundin ist, ist stets an meiner Seite und passt auf, dass mir nichts passiert. Spruch des Tages: Es ist gut wenn man einen echten Partner hat. Km-stand: 52. Zeit für den Endspurt.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-10-04 23:01:23


Tag 91 - oft ist der Weg das wahre Ziel und nicht das ersehnte Ende

oft ist der Weg das wahre Ziel und nicht das erseh

Das erste Etappenziel ist erreicht. Nach 50km Powerwanderung mit einigen kleinen Stempelstopps haben wir Santiago de Compostela bei Dauerregen erreicht. Heute hat es nur 60 Liter pro Quadratmeter geregnet. Auch an diesem Tag waren wir wieder bis zur Unterhose nass. Wir sind genau um 21 Uhr an der Pforte der Kathedrale angekommen. Ein netter Security wies uns darauf hin das jetzt die Kathedrale geschlossen hat. Was ich laufe 3080km und die Kirche ist geschlossen und ich bin nass wie ein Hund der im Regen geschlafen hat? Mit eingezogenem Schwanz haben wir uns auf die Suche nach dem Schlafplatz begeben. Wie von mir eingeschätzt sind wir am fünften Oktober angekommen. Naja müssen wir halt morgen noch mal zur Kathedrale um unsere Compostela abzuholen. Spruch des Tages: oft ist der Weg das wahre Ziel und nicht das ersehnte Ende.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-10-05 23:54:52


Tag 92 - never give up

never give up

Nachdem wir gestern vor verschlossenen Türen vor der Kathedrale im Regen standen. Musste ich mir einen Schlafplatz in der Nähe der Stadt suchen, da ich unbedingt meine Urkunde für meinen Pilgerweg erhalten wollte. Eigentlich wollte ich die Urkunde nur um einen Beweis zu haben, was ich geleistet habe. In der Stadtbibliothek habe ich dann bei einer netten Dame kostenlos das Internet nutzen dürfen, um für die Presse einige Bilder zu übermitteln. Um unsere Urkunden zu erhalten mussten Raphaela und ich über eine Stunde anstehen. Nach einer nassen, kalten Nacht ist warten in nassen Klamotten eine wahre Pracht. Mich umgab bei der Warteaktion ein leichter Duft von einem nassen Fuchs. Der Beamte wollte wahrscheinlich aus diesem Grund nichts Genaueres von mir wissen und überreichte mir unbeeindruckt und gelangweilt die Compostela. Da mein Aufenthalt in Santiago länger gedauert hat als ich dachte, musste ich mit schnellem Schritt in Richtung meines Schlafplatzes laufen. Morgen geht es dann weiter ans Ende der Welt. Ich will unbedingt mein wahres Ziel erreichen das Ende der Welt. Ich will den Atlantik sehen und darin baden. Es gibt am Cabo Finesterra einen alten Pilgerbrauch. Man geht zuerst im Ozean baden, genießt dann den Sonnenuntergang und zum Abschluss verbrennt man in einem magischen Feuer seine Pilgerklamotten. Danach heißt es wird man neugeboren wenn die Sonne die Nacht verdrängt. Spruch des Tages: never give up.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-10-06 23:00:00


Tag 93 - Ab zum Meer

Ab zum Meer

Endlich wieder einsam pilgern. Nach Santiago ist der Pilgerstrom fast versiegt. Gott sei Dank wieder reine Natur. Wir sind am Morgen durch einen wunderschönen Wald gewandert, der einem Märchenwald gleicht. Die hohe Luftfeuchtigkeit lässt vermuten, dass man auch in einem Regenwald sein könnte. Nach wenigen Metern hatte uns der Regen wieder voll im Griff. Die Nebelschwaden verfolgten uns auf Schritt und Tritt. Teilweise fühlten wir uns wie Leihendarsteller in einem horrorstreifen. Ab und an ein kräftiger Regenschauer und dann wieder leichtes nieseln. Der Sturm rieß mir ab und an den Hut aus Büffelleder davon und ich durfte ihm hinter her jagen. Apropos jagen. heute konnte ich einen 25cm großen Krebs erbeuten. Spruch des Tages: ab zum Meer. Bewältigte km 41. Noch 42km bis ich nasse Füße im Atlantik bekomme. Aber ob ich den unterschied noch spüre? Wir werden sehen.

Pressebericht

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Zuletzt aktualisiert am 2010-10-07 23:58:57


Tag 94 - Endlich haben wir einen Orkan live erlebt

Endlich haben wir mal einen Orkan live erlebt

Mal wieder hat uns der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Unfassbare Mengen an Regen gekreuzt mit orkanartigen Sturmböen haben uns das voran kommen total vermiest. Durch die unglaubliche Windgeschwindigkeit von 60 bis zu 95 km/h haben ein vorankommen unmöglich gemacht. Bereits nach 22 km mussten wir wegen den Windchilleffeck kurz vor dem Ziel aufgeben. Da uns der Wind in Verbindung mit der Nässe so stark ausgekühlt hatte, das wir Schüttelfrostattacken erlitten, mussten wir so schnell es uns möglich war eine Notunterkunft errichten. Morgen werden wir nach 10 km das Ende der Welt erreichen und rituell den Abschluss feiern. Egal ob mit oder ohne Regen. Laut der Sage wirst du als neuer Mensch geboren, wenn du ans Ende der Welt pilgerst, im Meer badest, dann den sonnen Untergang bestaunst und zu guter letzt dein Pilgerdress im Standlagerfeuer verbrennst. Spruch des Tages: Endlich haben wir mal einen Orkan live erlebt.

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Zuletzt aktualisiert am 2010-10-08 22:51:29


Tag 95 - Wahnsinn ich habs geschafft

Endlich angekommen

Schlussbericht: endlich angekommen. Zu guter Letzt war uns der Wettergott doch noch hold. Beim Starkregen sind wir am Ende der Welt angekommen und wenige Stunden später hat sich der Himmel geklärt und wir konnten den schönsten Sonnenuntergang betrachten. Zuvor war ich noch schnell im eiskalten Atlantik baden und hab rituell meinen Pilgerdress verbrannt. Nach der Sage werde ich ja als neuer Mensch geboren. Mal sehen welcher Heiko morgen am Strand aufwacht. Ich grüße alle Tagesberichteleser und freue mich, wenn ich bald etwas von euch höre? Jetzt mache ich noch vier tage Zelturlaub und genieße die kulinarischen Höhepunkte Spaniens. Letzter Spruch: Wahnsinn ich habs geschafft. Danke allen Personen die mir bei der Realisierung geholfen haben. Wer neue Aufträge weiß lach, ich bin ausgeruht. Herzliche Grüße der Dauerpilger.

Pressebericht

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Zuletzt aktualisiert am 2010-10-09 20:52:00